Ausgabe: 11 / 2009
Seite: 187

Und jetzt alle!

Von Ralf Schlter

PREIS DER NATIONALGALERIE Die Fachjury hat gesprochen: Der Israeli Omer Fast gewinnt den Preis - nun stimmt das Publikum ab

RALF SCHLÜTER

Der Preis der Nationalgalerie für junge Kunst bleibt unberechenbar:

Vor zwei Jahren wurde in Berlin die komplexe Konzeptkunst der Britin Ceal Floyer dekoriert, in diesem Jahr gewinnt der Videokünstler Omer Fast, der politische Themen der Gegenwart behandelt und zugleich das Bilder- und Mythenreservoir von Hollywoodfilmen und Fernsehformaten für seine Kunst nutzt.

Dokumentation und Fiktion gehen in seinen Arbeiten unmerklich ineinander über, etwa wenn er aus Wortschnipseln von CNN-Nachrichtensprechern völlig neue Botschaften bastelt. Omer Fast, 1972 in Jerusalem geboren, lebt und arbeitet in Berlin.

Bei der Verleihung im Hamburger Bahnhof mahnte Kulturstaatsminister Bernd Neumann, die Berliner Kultureinrichtungen müssten sich abstimmen, damit die vielen in der Stadt lebenden internationalen Künstler hier auch wahrgenommen würden. Der Jury-Preis ist damit vergeben - die Abstimmung um den Publikumspreis, der in diesem Jahr von art präsentiert wird, läuft noch.

Im Hamburger Bahnhof haben Sie weiterhin Gelegenheit, Werke der vier Kandidaten zu sehen: Rätselhaftsentimentale Rauminstallationen des Vietnamesen Danh Vo, konzeptuelle Fotografi en mit alltäglichen Motiven der Berliner Künstlerin Annette Kelm und verstörende Verfilmungen realer Kriminalfälle der Israelin Keren Cytter. Wählen Sie Ihren Favoriten:

Auf der Seite 35 finden Sie die Preise und eine Postkarte für die Abstimmung.

Bildunterschrift:

Die Kandidaten, von links: Omer Fast, Keren Cytter, Annette Kelm, Danh Vo. Unten: Still aus Fasts Videoarbeit "Nostalgia I"