Ausgabe: 11 / 2009
Seite: 192
Spurensuche
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Farbsatte Filmstills vom Auftritt der Niederländerin Fiona Tan bei der Biennale in Venedig
Unter den Länderpavillons der diesjährigen Biennale von Venedig war der niederländische ein Publikumsfavorit: In drei elegischen Filmen und einer Videoinstallation erzählte die 1966 in Indonesien geborene Tochter eines Chinesen und einer Australierin, die seit vielen Jahren in den Niederlanden lebt, von hybriden kulturellen Identitäten in einer globalisierten Welt.
Im titelgebenden "Disorient" wird mit Bildern aus dem 21.
Jahrhundert ein - vermutlich größtenteils ersponnener - Reisebericht des venezianischen Kaufmanns Marco Polo hinterfragt, der das Asien-Verständnis des Westens jahrhundertelang prägte. In "A Lapse of Memory" tritt ein einsamer Greis eine mehrtägige Reise durch einen pseudoasiatischen Palast im englischen Brighton an, "auf der Suche nach einem Zuhause", das er zwischen all den zitierten Kulturen am Ende, so darf man vermuten, wohl nur in sich selbst finden kann. Kein Katalog kann natürlich die bewegten Bilder ersetzen, eine Stimmung immerhin können die farbsatten Filmstills vermitteln. Sie werden im Buch durch ein Gespräch der Künstlerin mit der Kuratorin Saskia Bos ergänzt. M. R.
Fiona Tan - Disorient. Kehrer Verlag.
134 S., 90 Abb., 34 Euro
