Ausgabe: 11 / 2009
Seite: 192
Soziale Isolation
Von
Die Afroamerikanerin Renée Green befasst sich mit Orten gesellschaftlicher Ächtung. Eine Werkübersicht
"Ich bin hier. Diese drei Wörter enthalten alles, was wir sagen können." Für Renée Green, die diese Aussage als Leitmotiv ihrer ersten umfassenden Monografie über 20 Jahre künstlerische Arbeit voranstellt, bedeutet das vor allem: Sie ist eine afroamerikanische Frau, deren Leben von zweierlei Diskriminierungen beeinträchtigt ist. Von ihrer frühen Bild-Text-Collage über den haitianischen Dichter Edmond Laforest, der mit einem Französischwörterbuch um den Hals in den Tod sprang, aus dem Jahr 1988 bis zur Multimedia-Installation "Endless Dreams and Water Between" von 2009 über das Inseldasein isolierter Menschen, fragt die 1959 in Cleveland/Ohio geborene Künstlerin nach Orten und Praktiken sozialer Ächtung.
Wie subtil, erfindungsreich und hartnäckig sie dabei vorgeht, zeigt der Band zur Ausstellung in Lausanne (bis 3. Januar 2010), der dem konzeptuellen Ansatz der selbst durch viele Publikationen hervorgetretenen Professorin kongenial entspricht. G. M.
Nicole Schweizer (Hrsg.): Renée Green: Ongoing Becomings. Retrospective 1989-2009. Verlag JRP/ Ringier. 160 S., 443 Abb., 40 Euro
