Ausgabe: 11 / 2009
Seite: 173
Der Schadograf
Von Steffen Zillig
VORSCHAU Der Maler der Neuen Sachlichkeit als Grafiker und Pionier der künstlerischen Fotografie
Christian Schad - Spiegel und Magie Städtische Galerie, Ravensburg, 24.10.-17.01.2009
Es waren Fotogramme, so genannte "Schadographien", die man zuerst mit seinem Namen in Verbindung brachte. In jungen Jahren galt Christian Schad (1894 bis 1982) nämlich als dadaistischer Pionier der künstlerischen Fotografie. Erst in den sechziger und siebziger Jahren entdeckte man den meisterhaften Maler der Neuen Sachlichkeit, als den man ihn heute kennt - den Porträtisten seltsam unterkühlter, bühnenartiger Gestalten aus den goldenen Berliner Zwanzigern. Seine fotografischen Experimente aus der Dunkelkammer sind nun in einer Ausstellung in der Städtischen Galerie in Ravensburg wiederzuentdecken, die obendrein mit einem dritten, bislang noch gänzlich unentdeckten Schad überrascht. Aus frühen expressionistischen Holzschnitten und feinen Radierungen, in denen er sich selbst porträtiert, tritt er nach vorne: Christian Schad, der Grafiker.
Bildunterschrift:
Print des Fotogramms "Scarbo im Gehäus" (1963) von Christian Schad
