Ausgabe: 11 / 2009
Seite: 169
Heimatsuche
Von Adrienne Braun
VORSCHAU Die Vandalen waren kein Volk der Zerstörer, sondern besaßen vor allem eine große Kultur
Königreich der Vandalen Badisches Landesmuseum, Karlsruhe, 24.10.-21.2.2010
Von Vandalismus wird immer dann gesprochen, wenn etwas mutwillig zerstört wird. Den historischen Vandalen wird das aber nicht gerecht - sie plünderten zwar auch, aber vor allem suchten sie eine Heimat.
Das Badische Landesmuseum will das Bild der antiken Großmacht zurechtrücken.
Im Karlsruher Schloss werden Schmuck, Mosaike und Bildwerke ausgestellt. Vieles war in Deutschland noch nie zu sehen, schließlich waren die Vandalen die ersten, die nach ihrer Odyssee durch Europa die Überfahrt nach Nordafrika wagten, viele Kunstschätze werden in nordafrikanischen Museen verwahrt (Katalog: Verlag Philipp von Zabern, 24,90 Euro, im Buchhandel 34,90 Euro). Die Ausstellung reagiert auf jüngste Forschung, die belegt, dass die Vandalen ein geordnetes Staatswesen besaßen und die römische Kultur pflegten. Sie hatten eine herausragende Baukultur, weshalb für Karlsruhe eine maßstabsgetreue spätantike Villa inszeniert wird.
Bildunterschrift:
"Mosaik "Dame von Karthago", 6. Jahrhundert
