Ausgabe: 11 / 2009
Seite: 26-34
"Mein Lieblingskunstort in Deutschland ist ..."
Von
... idyllisch, morbide, schräg oder ganz klassisch! Prominente aus Kultur, Politik und Wirtschaft haben uns verraten, wo sie sich von der Kunst am liebsten inspirieren lassen. Aus den ganz persönlichen Geheimtipps entsteht ein faszinierendes Bild vom Kunstraum Deutschland
KATHARINA WAGNER, künstlerische Leiterin und Geschäftsführerin der Bayreuther Festspiele "Thomas Mann hat in seinem Roman ,Der Zauberberg' den Heilstätten seiner Zeit auf unvergleichliche Weise ein Denkmal gesetzt. Wer den lethargischen Schwebezustand dieses Meisterwerkes heute noch erleben will, sollte sich in Beelitz in Brandenburg auf eine Zeitreise begeben.
Die Beelitz-Heilstätten - damals eine bedeutende Lungenheilanstalt - sind in ihrer Mischung aus offen erkennbaren Versuchen der Bestandsbewahrung und der ihr zugleich innewohnenden Morbidität Inspirationsquelle für jedermann - vom Hobbyfotografen über den ebenso abenteuerlustigen wie übermäßig fantasievollen Geisterjäger bis hin zu den ganz Großen der hiesigen Kulturlandschaft wie beispielsweise Regisseur Christoph Marthaler, der 2006 in den verrotteten Räumen der Anstalten sein Stück ,Schutz vor der Zukunft' zu neuem Leben erweckte."
WOLFGANG JOOP, Modedesigner "Seit meiner Kindheit in Potsdam-Bornstedt besuchte ich Schloss Sanssouci. Nicht nur weil es nur einen Schritt weit vom Hof meiner Großeltern entfernt gelegen war, wurde es mein exklusiver Playground. Vor allem zogen mich zwei Blumenstillleben von Jan Davidsz. de Heem in ihren Bann. Immer wieder stand ich allein vor den Gemälden und suchte nach Käfern und Schmetterlingen, die sich zwischen Gräsern und Blumen versteckt hielten. So wie sie es jeden Sommer damals tatsächlich in unseren Gärten und Wiesen taten. Später dann, während meines Studiums in Braunschweig, verdiente ich mir mein erstes größeres Stück Brot mit Belag dadurch, dass ich mir beigebracht hatte, ,de Heems' und ,Mignons' selbst zu reproduzieren."
HANS ULRICH OBRIST, Kurator und Co-Direktor der Londoner Serpentine Gallery "Seit seiner Enthüllung im Jahr 2007 ist einer meiner liebsten Plätze in Deutschland das von Gerhard Richter gestaltete Kirchenfenster im Kölner Dom. Das Fassadenfenster besteht aus 72 verschiedenen Farbtönen, jeder davon erscheint 72 Mal in einer horizontalen Linie.
Ein Computer hat nach dem Zufallsprinzip die Anordnung der Farben für eine Hälfte des Fensters bestimmt - und die andere Hälfte ist gespiegelt. Jetzt kann jede Rheinlandreise mit einer Pilgerfahrt zum Dom beginnen, um eine Arbeit zu sehen, die jedes Mal neu ist, und sich durch die Lichteinwirkung jedes Mal neu verändert.
Dieses außerordentliche Werk verleiht den ,Farbtafeln' von Richter aus den siebziger Jahren eine völlig neue Dimension."
NICOLE HACKERT, Geschäftsführerin der Berliner Galerie Contemporary Fine Arts "Meine Lieblingsort ist das Brücke-Museum in Berlin. Dort ist die Zeit in der Bundesrepublik - paradoxerweise der Bonner Republik - stehen geblieben. In einem modernistischen Nachkriegsflachbau, dessen Charme eher etwas für Spezialisten ist, mitten im Grunewald und mit einer beeindruckenden Expressionistensammlung.
Das ist die Kunst, die mir als Teenager den Eingang zur bildenden Kunst geebnet hat, und wahrscheinlich nicht nur mir. Das Ganze umweht eine gewisse Nostalgie."
HENRIK HANSTEIN, Geschäftsführer des Auktionshauses Lempertz "Natürlich gehe ich immer wieder in den Kölner und Aachener Dom und mache dafür Umwege, um in die Glorie des Abendlandes einzutauchen.
Aber ebenso wichtig ist für mich das Firmament.
Es gibt das schöne Bild von Franz von Lenbach, wo ein Junge auf der Wiese liegt (,Der Hirtenknabe') und in den Himmel schaut. Nicht dieses Bild, aber dieser Gestus, in einen klaren, blauen Himmel zu schauen oder in eine klare Nacht, am liebsten noch in der glasklaren chilenischen Atmosphäre, ist mir immer wieder ein Bedürfnis, um das eigene Lot wieder zu finden angesichts der Weite, Größe und Unendlichkeit, die uns und unsere banalen irdischen Sorgen oft so kleinlich erscheinen lassen. Das kann mich genauso beglücken wie ein Bild."
FRIEDER BURDA, Kunstsammler "Ich gehe sehr gerne in die Staatliche Kunst- halle in Karlsruhe. Dieses Museum ist für mich ein verkanntes Juwel. Ein großartiges Museum mit erstklassiger Kunst von der Gotik bis zur Gegenwart. Ich schätze die Leistung, die der langjährige Chef Klaus Schrenk in Karlsruhe vollbracht hat, sehr hoch ein und bin mir sicher, dass seine Nachfolgerin Pia Müller-Tamm das Haus auf diesem Niveau weiterführen wird. Die Staatliche Kunsthalle in Karlsruhe zählt ohne Fragen zu den ältesten und wichtigsten Museen in Deutschland."
CHRISTINA WEISS, Kulturstaatsministerin a.D. und Vorsitzende des Vereins der Freunde der Nationalgalerie "Mein Lieblingsort ist für mich eindeutig die Halle der Neuen Nationalgalerie in Berlin, besonders dann, wenn die Installation von Jenny Holzer ,Project for the Nationalgalerie' (2001), angekauft vom Verein der Freunde der Nationalgalerie, zu erleben ist. Diese Arbeit mit den Reihen laufender Leuchtschrift an der Decke ist mir in ihrer poetischen und urbanen Wirkung eines der eindrücklichsten Kunsterlebnisse. Die Schrift bringt Höhe in den Raum, Poesie und durch die Spiegelung der Lichtströme in den Scheiben eine Öffnung der Architektur in den urbanen Raum."
FRIEDHELM HÜTTE, Leiter der Kunstsammlung der Deutschen Bank "Mein Lieblingskunstort in Deutschland ist das Museum Wiesbaden. Der 2007 als ,Museum des Jahres' ausgezeichnete Kunstort zeichnet sich durch sein klares und pointiertes Sammlungskonzept und seine funktionale, zurückhaltende Architektur aus. Wunderschön am Kurpark gelegen, besticht es durch seine ganz besondere Atmosphäre:
Von Perlen der Klassischen Moderne wie dem ,Hauskünstler' Alexej von Jawlensky bis hin zu vor allem minimalistischen und konzeptionellen Positionen zeitgenössischer Kunst, darunter vielen, die ich besonders schätze, wie Blinky Palermo, Brice Marden, Eva Hesse oder Jochen Gerz. Deshalb freut es mich auch immer wieder, mit Volker Rattemeyer, dem langjährigen Leiter des Hauses, zu kooperieren wie erstmals 1993, als wir Bauhaus-Werke aus der Sammlung der Deutschen Bank in Wiesbaden präsentierten. Immer wieder konnten wir auch Leihgaben zu einzelnen Ausstellungen beisteuern, so wie unlängst mit einer Zusage einer Reihe expressionistischer Werke für die große, für 2010 geplante ,Blaue Reiter'-Schau."
BERND SCHULTZ, geschäftsführender Gesellschafter der Villa Grisebach "Natürlich Berlin - und hier die Schätze von James Simon (1851 bis 1932). In seinem kulturellen und sozialen Wirken war er wahrscheinlich der größte Mäzen, den Deutschland jemals gehabt hat. Viele Orte zeugen in den Staatlichen Museen von seiner Hochherzigkeit.
So ist ganz sicher: Mein ,Lieblingskunstort' wird das Neue Museum sein, das bereits vor seiner offiziellen Eröffnung durch die behutsame Restaurierung von David Chipperfield weltweites Aufsehen erregt hat. Dort wird die ,Nofretete' mit fast 5000 weiteren, der ägyptischen Abteilung des Hauses von James Simon geschenkten Kunstobjekten ihren endgültigen Platz finden und die Aura dieser außergewöhnlichen Königin selbst nach weit über 3000 Jahren sichtbar machen. Wer könnte ihr widerstehen? Wo verbinden sich besser Altertum und Moderne?"
TOBIAS MEYER, Direktor von Sotheby's Contemporary Department und Kunstsammler "Die Amalienburg im Schlosspark Nymphenburg in München ist einer meiner Lieblingsorte.
Ein radikales und konsequent ausgeführtes Beispiel des Rokoko in seiner schönsten und abgehobensten Art. So bedeutend wie Zaha Hadid oder Daniel Libeskind."
MAX HOLLEIN, Direktor der Schirn-Kunsthalle, des Städel-Museums und der Liebieghaus-Skulpturensammlung in Frankfurt "Mein Lieblingskunstort in Deutschland ist nicht einer des Schönen und Guten, sondern des Schrägen und Abgründigen. In der Sammlung Falckenberg in Hamburg-Harburg als auch in ihrem Sammler (sie sind ein gemeinsames Erlebnis) findet man nicht das Apollinische, sondern das Dionysische der besonderen, außergewöhnlichen Art. Die Sammlung und ihre hyperaktive, dabei aber hochintelligente und abseits der eingeschrittenen Wege vollzogene Fort entwicklung ist bei jedem Besuch Anregung, Inspiration und Überraschung - und oft Ausgangspunkt von Ausstellungsideen. Haupt anziehungspunkt ist stets Jonathan Meeses sich fortwährend verwandelnder, genialer Raumkomplex ,Vaterraum Daddy' - da bin ich am allerliebsten."
ANGELIKA JAHR-STILCKEN, Journalistin, Verlegerin, Mitglied des Aufsichtsrates von Gruner + Jahr "Ich kaufe Kunst nicht als Geldanlage und auch nicht, weil ein ,Kunst-Versteher' mir etwas aufschwatzen möchte. Kunst muss mir gefallen, ich möchte mich mit ihr wohlfühlen - sie beeinflusst die Atmosphäre meiner Wohnung in Hamburg ganz wesentlich: Herzen von Jim Dine, Tauben von Picasso, ein Mund von Man Ray, ein Boot auf tiefblauem Wasser von Chagall ... Alle erinnern mich an Menschen und erzählen mir Geschichten - hier lässt meine Seele ,ihre Beine baumeln', hier ist mein Lieblingskunstort."
SAMUEL KELLER, Direktor der Fondation Beyeler in Basel/Riehen "Berlin, Düsseldorf, Dresden, Essen, Hamburg, Karlsruhe, Köln, München, Stuttgart - aus all meinen Lieblingskunstorten in Deutschland einen einzigen auszuwählen ist wirklich unmöglich und ungerecht. Darum wähle ich jetzt einfach mein letztes umwerfendes Kunsterlebnis in Deutschland: Das war am Berliner Galerienrundgang in diesem Frühjahr wo ich nach schönen Galerien- und Atelierbesuchen mich von der zeitgenössischen Kunst verabschiedete und in die Berliner Gemäldegalerie gegangen bin, deren Sammlung Alter Meister ich liebe. Dort hat mich die Ausstellung ,Der Meister von Flémalle und Rogier van der Weyden' (‚Bildnis einer Frau mit Flügelhaube') so begeistert, dass ich beinahe den Rückflug nach Basel verpasst habe."
KLAUS ALBRECHT SCHRÖDER, Direktor der Albertina in Wien "Ich habe so viele Lieblingsmuseen in der Welt.
Merkwürdigerweise ist keines in Deutschland.
Zumindest keines, das im engeren Sinn als Kunstmuseum gelten könnte. Doch Halt: Für einen einzigen Augenblick haben die Zwecklosigkeit der Kunst und kommerzieller Auftrag auf einer höheren Ebene zusammengefunden. Technik und Sozialgeschichte, Architektur und Design, Form und Inhalt, bilden an diesem einzigartigen Ort ein einzigartiges Equilibrium: im Stuttgarter Mercedes-Benz-Museum von Ben van Berkel und Caroline Bos. Ein Besuch dieses Museums gerät unweigerlich zur Zeitreise, zum Bildungsurlaub und zum Abenteuer. Dieses spannende Museum ist vielleicht das einzige außer der aufregenden Landschaftsarchitektur des Frankfurter Museums für Moderne Kunst von Hans Hollein, das Frank Gehrys Ikone, dem Guggenheim-Museum in Bilbao, standhält."
MICHAEL GÖRING, Vorstandsvorsitzender der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius "Dort, wo die westfälische Tieflandsbucht endgültig dem Mittelgebirge weicht, einige Kilometer südlich der alten Hansestadt Lippstadt, liegen eine Reihe von Steinbrüchen. In ihnen wird ,Anröchter Dolomit' gebrochen, ein Grünsandstein, aus dem die großen Gutshöfe, die alten Wasserburgen, die Kirchen, die Denkmäler und die Grabsteine der Region errichtet sind. Seit meiner Jugend in Lippstadt haben mich diese Brüche fasziniert. Sie geben Ahnung von einer räumlichen und zeitlichen Tiefe, deren wahre Dimension uns verschlossen bleibt. Sie erinnern an das Geheimnis jedes Anfangs und an das Ende, den Tod, den sie als Grabstein so tausendfach repräsentieren.
Je nach Sonnenstand, Bewölkung, Regen, Schnee wandelt der Stein seine Oberfläche, schillert, speichert die Kühle, ist abweisend schroff, speichert die Wärme, wird samtig. Aus diesem unendlichen Steinbruch, der Lebendiges aus Millionen von Jahren verbirgt, schöpft die Kunst. Sie haut den Stein, schleift ihn, zerstückelt und setzt ihn neu zusammen. Der Steinbruch bei Klieve hat seinen Weg in die Kunst längst gefunden: Ulrich Rückriem arbeitet hier, ebenso Klaus Becker und einige mehr."
GABRIELE STREHLE, Modedesignerin "Sie ist wunderbar wandelbar wie kaum eine andere Architektur: die Pinakothek der Moderne in München von Stephan Braunfels. Ich habe sie kühl intellektuell, dunkel, fast mystisch, mediterran heiter erlebt. Vor allem die Rotunde mit ihrer Lichtkuppel ist ein Geniestreich. Ob ich dort auf der Treppe sitze und das Geschehen beobachte, ob ich dort ein Konzert höre oder ob ich einfach drin stehe und schaue: Dieser Ort hat die Magie eines antiken Tempels."
DANIEL BIRNBAUM, Rektor der Städelschule in Frankfurt und Leiter der Venedig-Biennale "Im schönsten Hochhaus in Frankfurt findet man auch die schönste permanente Installation:
Daniel Burens Kunst hat mich nie so beeindruckt wie im 31. Stockwerk der Dresdner Bank, vor allem um 19 Uhr mit Ausblick Richtung Flughafen."
HELMUT SCHMIDT, Bundeskanzler a.D.
"Mein Lieblingsort ist das von Christian Modersohn eingerichtete Otto-Modersohn-Museum in Fischerhude bei Bremen. Das Museum ist im wesentlichen Otto Modersohn gewidmet, veranstaltet aber auch Ausstellungen, zum Beispiel für Paula Modersohn-Becker."
FRANCESCA VON HABSBURG, Kunstsammlerin und Vorsitzende der Stiftung Thyssen-Bornemisza Art Contemporary "Eine ganz besondere Atmosphäre hat für mich die Haupthalle des Hamburger Bahnhofs in Berlin. Mit der Installation ,The Murder of Crows' von Janet Cardiff und George Bures Miller hat Udo Kittelmann diesem spektakulären Ausstellungsraum eine komplett neue Dynamik verliehen.
Inspirierend finde ich auch die offene und kreative Atmosphäre in der Berliner ,Fagtory' von Michael Elmgreen und Ingar Dragset, in der sie nicht nur an ihren eigenen Produktionen arbeiten, sondern die sie auch für Kunstprojekte und Konzerte befreun deter Künstler öffnen. Einen Ort, den ich jedes Mal in Berlin aufsuche, ist der Bebelplatz mit Micha Ullmans leerer unterirdischer Bibliothek, ein Mahnmal für die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933. Und nicht zuletzt ist Christian Boros Privatmuseum immer einen Besuch wert. Seine wunderbare Kunstsammlung, wird in einem umgebauten Luftschutzbunker in Berlin-Mitte in einem sehr individuellen Rahmen präsentiert."
KLAUS BIESENBACH, Chefkurator, Department of Media and Performance Art, Museum of Modern Art, New York.
"Als ich im Winter 1989/90 nach Berlin zog, versuchte ich erst in Westberlin eine kleine Wohnung zu finden. Doch nach dem Fall der Mauer, waren der ,Hype' und die Spekulation, die Nachfrage und Konkurrenz so groß, dass es unmöglich erschien. Ich habe dann in Ostberlin eine Parterrewohnung bekommen, die offiziell als unbewohnbar galt und als Fahrradabstellplatz genutzt wurde. So ganz ohne normale Einrichtungsvoraussetzungen wie Heizung oder Dusche, mit Pilzbefall und Loch im Fußboden habe ich es die ersten Monate nur ausgehalten, weil ich oft auf die Museumsinsel gegangen bin. Der Pergamonaltar und der Museumsflügel, in dem das Ischtar-Tor untergebracht sind, waren für mich der Ausgleich in direkter Nachbarschaft.
Irgendwie hat mir das durch die ersten Improvisationen geholfen.
Die Anlage vermittelt eine sehr tröstliche Gelassenheit in Bezug auf Zeiträume und Lebensabschnitte."
KLAUS-DIETER LEHMANN, Präsident des Goethe-Instituts "Das Museum Berggruen in Berlin ist ein Kunstwerk aus Kunstwerken. Die ästhetische Geschlossenheit der Sammlung mit ihren rund 170 Werken von Picasso, Matisse, Klee und Giacometti vermittelt in der noblen Atmosphäre des Stülerbaus noch heute eine besondere Nähe zum Weltbürger, Kunstkenner und heimgekehrten Berliner Heinz Berggruen. Sammlung, Sammler, Ort - so stimmig, ausstrahlend, konzentriert und zugänglich erlebt man Kunst selten."
CAROLYN CHRISTOV-BAKARGIEV, künstlerische Leiterin der Documenta 13 "Bei der Venedig-Biennale von 1990 hatte ich die Ehre ,Das Deutschlandgerät' von Reinhard Mucha im Deutschen Pavillon zu erleben. Auch später habe ich, während meiner Reisen nach Nordrhein-Westfalen, diese bedeutende Arbeit in Muchas Heimatstadt Düsseldorf öfters gesehen.
Als ich zur künstlerischen Leiterin der Documenta 13 (2012) gewählt wurde, habe ich das Werk dann wieder besucht und es hat mein Bestreben, die zeitgenössische und moderne deutsche Kultur zu verstehen, sehr unterstützt. Es handelt von Raum, steht in einem Raum und widersteht dem einfachen Konsum zeitlich begrenzter Ausstellungen, die unsere bedauerlichen Zeiten charakterisieren - es ist ein Sinnbild für das Ende des Steinkohlezeitalters mit all ihren Maschinen und Produkten."
ROBERT FLECK, Intendant der Bundeskunsthalle in Bonn "Mein Lieblingsort? Kassel - wegen der Documenta.
Die alle fünf Jahre stattfindende Weltausstellung der zeitgenössischen bildenden Kunst ist seit 1955 das wichtigste Kunstereignis überhaupt.
Vor allem aber brachte die Documenta unzählige Menschen zur bildenden Kunst, darunter auch mich selbst als, damals unbedarfter, Besucher der Documenta 6 von 1977. Nach einigen Stunden in dieser einzigen Ausstellung, in dem man das gesamte Universum der Kunst verspürt, wusste ich, dass ich mein ganzes weiteres Leben mit dieser Sache verbringen wollte. Und zugleich entstand eine emotionale Bindung zu Kassel als der Stadt, die ein solches umwerfendes Ereignis regelmäßig möglich macht. Seither habe ich alle Documenta-Ausstellungen (mit Ausnahme der von 1987) besucht. Deshalb kenne ich mich in Kassel jetzt sogar gut aus, was Wege, Straßen, Läden und Hotels betrifft."
Bildunterschrift:
Beelitz
Potsdam
BERLIN
Wiesbaden
Karlsruhe
Berlin, Neue Nationalgalerie
Berlin, Neues Museum
Amalienburg
Hamburg Har
Meine Wohnung
Stuttgart
Klieve
München Pinakothek der Moderne Frankfurt/Main
Fischerhude
Berlin, Pergamonmuseum
Düsseldorf
Berlin
Kassel
