Ausgabe: 11 / 2009
Seite: 186

Idee aus Deutschland

Von Kerstin Schweighfer

KUNSTVEREIN Die Niederlande orientieren sich bei neuer Kunsthalle am deutschem Vorbild

KERSTIN SCHWEIGHÖFER

An Ideen für Ausstellungen, Performances oder Debatten mangelte es ihnen nicht. Doch es fehlte ein Ort, um diese Projekte zu realisieren.

"Da haben wir über die Grenze nach Deutschland geguckt", erzählen die beiden Amsterdamer Kuratoren Maxine Kopsa und Krist Gruijthuijsen.

Ergebnis: Nach deutschem Vorbild haben nun auch die Niederländer einen Kunstverein.

Mit den großen, richtungsweisenden bundesdeutschen Vereinen in Hannover, Frankfurt oder Hamburg freilich wollen und können die Niederländer sich nicht messen: " Wir starten hier klein und informell", so Kopsa, "und mit mehr Salonatmosphäre." Für die Treffen und die Ausstellungen des schlicht nur "Kunstverein" betitelten Unternehmens stellt eine Förderin eine 75 Quadratmeter umfassende Etage in einem Wohnhaus in der Amsterdamer Ruyschstraat 4 zur Verfügung.

Das Interesse sei groß: Mehr als 100 Menschen sind bereits Mitglied geworden, darunter Kunstliebhaber, Galeristen und Museumsdirektoren.

Nach dem Franchisesystem sollen nach den Plänen von Kopsa und Gruijt huijsen auch in anderen Ländern Kunstvereine folgen: der erste noch in diesem Jahr in New York, der zweite 2010 in Istanbul. Der Mitgliedsbeitrag liegt bei mindestens 50 Euro pro Jahr. Auch hoffen die Kuratoren auf Subventionen: "Finanziell schaffen wir das sonst nicht." Denn das Programm ist ehrgeizig und international angelegt. So gab es zum Start im Herbst Performances der beiden US-Künstler Adam Pendleton und Michael Portnoy, gefolgt von einem Auftritt des südafrikanischen Konzeptkünstlers Ian Wilson.

KERSTIN SCHWEIGHÖFER Info: www.kunstverein.nl

Bildunterschrift:

Leiten den Kunstverein in Amsterdam:

Krist Gruijthuijsen und Maxine Kopsa