Ausgabe: 10 / 2009
Seite: 102-104

Die Malerei des Lichts

Von Petra Bosetti

VORSCHAU Claude Monet, Auguste Renoir, Georges Seurat und die faszinierende Welt des Impressionismus - vier Städte feiern die Protagonisten einer Kunstrichtung

Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass es vor vier Museen bald wieder lange Besucherschlangen geben wird. Denn Institute in Wuppertal, Paris, Zürich und Wien zeigen Ausstellungen, die Impressionismus und Postimpressionismus zum Thema haben - und diese Kunst lockt die Massen wie kaum eine andere.

Das Highlight dürfte die Schau "Claude Monet" im Wuppertaler Von-der-Heydt- Museum sein. Zwar hat es schon Themenausstellungen des großen Impressionisten (1840 bis 1926) gegeben - "Claude Monet und die Moderne" (München 2001), "Monet und Camille" (Bremen 2005) und "Felder im Frühling" (Stuttgart 2006). In Wuppertal aber ist wohl zum ersten Mal in Deutschland der ganze Monet zu sehen (Katalog: 25 Euro).

Den Auftakt bilden seltene Karikaturen, die er während der Schulzeit angefertigt hatte - Porträts von Lehrern und Mitschülern, die ihm alsbald in seiner Heimatstadt Le Havre zu gewissem Ruhm verhalfen.

Die Jahre um 1873 markieren einen Höhepunkt im Werk des Künstlers: Da entstanden das berühmte Gemälde "Impression, Sonnenaufgang" und andere Ikonen der impressionistischen Lichtmalerei. Ein weiteres Highlight sind die damals noch völlig unüblichen Gemäldeserien - in Wuppertal sind etwa die "Heuschober" zu sehen.

Schlusspunkt der Ausstellung sind die grandiosen "Seerosen"-Bilder. Ein weiterer Großer des Impressionismus, Auguste Renoir (1841 bis 1919), steht im Fokus der Pariser Ausstellung "Renoir im 20. Jahrhundert" (Katalog: 49 Euro, anschließend: Los Angeles County Museum of Art, 14. Februar bis 9. Mai 2010, und Philadelphia Museum of Art, 12. Juni bis 5. September 2010). Die beschäftigt sich mit den letzten 30 Jahren Renoirs, als er sich von den Prinzipien des Impressionismus bereits losgesagt hatte und eine dekorative, von den alten Meistern wie Raffael oder auch vom Klassizisten Jean-Auguste-Dominique Ingres beeinflusste Ma lerei betrieb. Das nahmen ihm einige Kritiker übel. Von "schwerfälligen, anstößigen Erzeugnissen Renoirs" schrieb etwa 1886 die "Sun". Der große Impressionismuskenner John Rewald hingegen feiert "eine Reihe von Meisterwerken in leuchtenden Farben und von subti lem Rhythmus".

Der Postimpressionist und Pointillist Georges Seurat (1859 bis 1891) wird im Kunsthaus Zürich mit 60 Gemälden und Zeichnungen präsentiert (Katalog: Hatje Cantz Verlag, 39,80 Euro, Hörbuch 16,80 Euro, anschließend: Schirn-Kunsthalle, Frankfurt/Main: 4. Februar bis 9. Mai 2010).

Seurat hatte, gestützt auf die Erkenntnisse neuer Farbtheorien, winzige Punkte reiner Farbe präzise nebeneinandergesetzt, die sich erst im Auge des Betrachters mischen.

Wer die Ausstellung "Impressionismus.

Wie das Licht auf die Leinwand kam" bei der ersten Station im Kölner Wallraf-Richartz- Museum verpasst hat, kann dies nun in der Wiener Albertina nachholen: Gezeigt werden rund 190 Werke, unter anderem von Gustave Courbet, Claude Monet, Edouard Manet und Vincent van Gogh. Zahlreiche Malerutensilien wie Staffeleien, Paletten und Farben machen auch die Techniken und Malweisen des Impressionismus erfahrbar (Katalog: Skira, 29 Euro). Weitere Fotos finden Sie unter: www.art-magazin.de/impressionisten

Impressionismus Von-der-Heydt-Museum, Wuppertal, 11.10.-28.2.2010 Grand Palais, Paris, 23.9.-4.1.2010 Kunsthaus Zürich, 2.10.-17.1.2010 Albertina, Wien, 11.9.-10.1.2010

Bildunterschrift:

Claude Monet:

"Am Strand von Trouville", Gemälde (38 x 46 cm) von 1870/71

Renoir: "La Pierrette" (um 1896, 41 x 33 cm, oben links). Links: Manets "Spargel-Stillleben" (1880, 46 x 55 cm), oben: "Eiffelturm" (um 1889, 24 x 15 cm) von Seurat