Ausgabe: 10 / 2009
Seite: 122

Fasziniert von Badezimmern

Von Ute Thon

INTERVIEW Simon de Pury, Chef des Auktionshauses Phillips, hat seine künstlerische Ader entdeckt. Seine Fotoserien sind jetzt in Berlin zu sehen

art: Warum betätigen Sie sich neuerdings als Fotograf? Sind Sie als Leiter des Auktionshauses Phillips de Pury & Company nicht ausgelastet?

Simon de Pury: Doch. Aber je beschäftigter man ist, umso mehr kann man tun. Und zum Fotografieren braucht man ja nicht viel Zeit.

Wie sind Sie zur Fotografie gekommen?

Schon als Teenager habe ich gemalt und gezeichnet.

Dazu komme ich heute leider nicht mehr. Aber ich habe immer fotografiert. Meine erste Ausstellung hatte ich schon 2002 in Genf.

Wie würden Sie Ihre Bilder beschreiben?

Es handelt es sich um Detailaufnahmen von Objekten, die von ganz nah fotografiert sind, so dass man nicht mehr erkennen kann, was es eigentlich ist. Es ist wie abstrakte Malerei und eine Obsession mit gewissen Themen, Raster, senkrechte oder waagerechte Linien, Kugelmotive, die immer wieder auftauchen.

Haben Sie künstlerische Vorbilder?

Ich bewundere Fotografen wie Albert Renger- Patzsch, Naoya Hatakeyama und William Eggleston, und in meinen Bildern gibt es Verbindun gen zu Malern wie Agnes Martin und Lucio Fontana.

Viele Bilder sind in Hotelzimmern entstanden.

Ist das der Jetlag-Blick des Vielfliegers?

Hotelzimmer sind mir sehr vertraut. Es ist doch faszinierend, dass man dort nicht weit zu gehen braucht, um seine Motive zu finden. Ich bin zum Beispiel und Duschen.

Warum stellen Sie nicht in einer Galerie aus?

"The Corner" ist ein Concept Store für Mode, Musik, Design und Kunst. Das ist die ideale Location für mich. Internet: www.purepurygraphy.com

Bildunterschrift:

Simon de Pury verkauft und macht Kunst: Fotoarbeit "Alain Resnais a passé par la" (2009)