Ausgabe: 10 / 2009
Seite: 122
UNO auf LSD
Von Till Briegleb
Die Expo 2010 in Shanghai feiert den internationalen Öko-Schick
ARCHITEKTURKOLUMNE
Öko-Design nervt.
Und ein ganzer Expo- Park davon, wie ihn Shanghai gerade für seine Weltausstellung 2010 auf fünf Quadratkilometern errichten lässt, erreicht Höchstwerte auf der nach oben offenen Heidi- Klum-Skala. Denn es gibt sehr wenig, das weniger ökologisch ist als ein kurzes Fressfest für Millionen eingeflogene Fast-Food-Konsumenten. Trotzdem versäumt es nahezu keine Nation, das zeitgenössisch Gute, die Natur, als Pavillon zu inszenieren: plakativ bildlich wie in dem grünen Apfel aus Rumänien, aufwändig mit Millionenbudget im französischen Hofpark, als amerikanische Öko-Show im Mall-Ambiente oder im flüsternden Garten Israels.
Das ist ein wenig, als zünde man eine Atombombe, um eine pazifistische Kundgebung zu beleuchten. Eine totale Verdrehung von Sinn und Zweck.
Zumal der erbliche Sinn dieser Mode- Show für Staaten ja eindeutig der nationale Narzissmus ist. Und den inszeniert man für das Kurzzeitgedächtnis moderner Event-Nomaden sehr viel besser ohne Rücksicht auf Brauchwasser und quecksilberhaltige Energiesparlampen - als .
Bildunterschrift: art-Autor
Plakatives Öko- Design: der rumänische Expo-Pavillon "Greenopolis"
