Ausgabe: 01 / 2009
Seite: 114

Jan Krugier

Von Stefan Koldehoff

NACHRUF

Angeblich war es der Bildhauer Alberto Giacometti, der dem jungen Maler Jan Krugier geraten haben soll, nicht Kunst zu machen, sondern sie zu verkaufen.

Krugier wurde ein bedeutender Kunsthändler: Seine Galerien in Genf und New York hatten weltweit einen Ruf wie Donnerhall - nicht erst, seit Krugier in den Siebzigern begonnen hatte, mit der Malerenkelin Marina Picasso zusammenzuarbeiten und ihr Erbteil mit Werken Pablo Picassos geschickt zu vermarkten.

Krugier gehörte wie Heinz Berggruen und Ernst Beyeler zu einer Galeristengeneration, die nach dem Krieg nicht nur den europäischen Kunsthandel wieder aufgebaut, sondern auch große eigene Sammlungen anlegt hat. Krugier sammelte Handzeichnun gen von höchster Qualität: Arbeiten von Rembrandt, van Gogh, Giacometti, die er weltweit präsen tierte.

Krugier, als Sohn jüdischer Eltern in Polen geboren, hat Auschwitz und Bergen-Belsen überlebt.

Nach dem Krieg fand er in der Kunst den Glauben an den Humanismus wieder. Im Alter von 80 Jahren ist er nun in Genf gestorben.

Bildunterschrift:

Kunsthändler