Ausgabe: 01 / 2009
Seite: 116-117

KUNST & GELD

Von

400 000 Euro bezahlte ein ungenannter Bieter bei Cannes Enchères für eine Platte von Picasso aus reinem Gold. Es handelt sich um ein Einzelstück, das der Künstler 1967 bei dem Goldschmied François Hugo fertigen ließ. Als Vorbild diente die 1955 im Atelier Madoura in Vallauris geschaffene Keramikplatte "Visage de faune". Picasso gab bei dem Goldschmied 24 verschiedene Platten in Auftrag, die in einer Auflage von 23 Stück in Silber ausgeführt wurden.

Das Goldstück war das Künstlerexemplar. Nach Picassos Tod 1973 ging sie in die Sammlung des Prinzen Aga Khan über, der sie dem Einlieferer zum Geschenk gemacht hatte. +++ Die Requisiten des Schweizer Künstlerduos Fischli/ Weiss für ihren Film "Der Lauf der Dinge" aus der Sammlung Alfred Richterichs (art 12/2008) erzielten bei Christie's in Zürich einen Rekordpreis von 1,02 Millionen Schweizer Franken (671 850 Euro). Den Zuschlag erhielt ein europäischer Privatsammler. +++ Möbel von Jean Prouvé, Charlotte Perriand und Pierre Chareau, den Lieblingen des Pariser Designmarkts, sind offenbar in großem Umfang gefälscht worden. Die Staatsanwaltschaft von Bordeaux hat sechs Personen vernommen, die beschuldigt werden, die Möbel angefertigt und in Umlauf gebracht zu haben. Dabei bediente man sich offenbar angesehener Händler und Auktionshäuser. In den Wohnungen der Bande wurde allein 60 Möbelstücke sichergestellt.

Laut "Le Monde" teilte die Staatsanwaltschaft mit, man habe Unterlagen über entsprechende Geschäftsbeziehungen in einem Umfang von mehr als einer Million Euro. Eine Komplizenschaft lasse sich bisher jedoch nicht nachweisen.

Fälscher der Möbel sei ein aus der Ukraine stammender Schreiner, der 2001 angeworben worden sei, als er illegal in Frankreich lebte.

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