Ausgabe: 01 / 2009
Seite: 6
"Nur" Gefängnis
Von
"10 Vorurteile über Kunst und Islam" - Till Briegleb über zeitgenössische Künstler in islamisch geprägten Ländern (12/2008)
Falsch sei das Vorurteil, dass die Macher von Kunst zum Thema Nacktheit und Sexualität in islamisch geprägten Gesellschaften ins Gefängnis kämen, urteilt Till Briegleb. Den Gegenbeweis liefert der Autor allerdings nicht mit einer auf Fakten basierenden, reflektierten Meinung - wie sollte ihm dies auch gelingen? -, sondern mit politisch korrektem Wenn und Aber. Jeder weiß, dass oben genannte Künstler vielerorts eher Schlimmeres als Gefängnis erwartet.
Als Nagelprobe der vermeintlichen Toleranz und Weltoffenheit empfehle ich beispielsweise die Skulptur "Turkish Delight", jene grazile nackte Kopftuchträgerin, auf öffentlichen Plätzen von Teheran, Medina, Kabul oder einer beliebigen anderen Metropole der islamischen Welt aufzustellen. Olaf Metzel als Macher dieses Kunstwerks wäre vor Ort vermutlich glücklich, "nur" im Gefängnis zu landen.
Peter Mathar, per E-Mail
Frauen sind also in islamischen Ländern am künstlerischen Leben "mindestens so intensiv" beteiligt wie Männer - "sei es mit Kopftuch in Teheran oder ohne in Kairo". So einfach ist das?
Heike Herrmann, per E-Mail
Bildunterschrift:
Titelthema der Dezember-Ausgabe von art war die zeitgenössische Kunst in islamischen Ländern
