Ausgabe: 01 / 2009
Seite: 42-51

Am Fließband der Kunst

Von Elke Buhr

Kunstproduktion muss keine einsame Sache sein: In den Ateliers von Künstler- Unternehmern wie Jeff Koons, Tobias Rehberger oder Anselm Reyle arbeiten Dutzende von Helfern an den Werken ihrer Meister. Zu Besuch in den neuen Factories

So müsste sie aussehen, die moderne Version der Weihnachtswerkstatt der Zwerge.

Einfach überall im Studio des Berliner Künstlers Anselm Reyle wird gearbeitet. In einer Ecke beugen sich zwei junge Frauen über eine aufgebockte Leinwand mit abstrakten Streifen, daneben warten fünf andere Bilder auf ihre Pinselstriche. An der Wand lehnt ein gerade fertiggestelltes, großformatiges Bild mit geraffter Alufolie und wartet auf das Placet des Meisters.

In einem anderen Raum werden Keilrahmen gebaut und Leinwände gespannt, und weitere Helfer verpacken eine glänzend lackierte Skulptur für den Abtransport in Kisten. Der Airbrush- Experte hat für die Sprühbilder ein eigenes Zimmer. Dann sind da noch die Leute für Logistik, Produktion, Archiv, Buchhaltung und Öffentlichkeitsarbeit - und einer muss kochen, denn mittags gibt es Essen für alle am großen runden Tisch.

Was Anselm Reyle sich in diesem Kreuzberger Hinterhof aufgebaut hat, ist ein mittelständischer Betrieb mit beachtlichem Output. Dieser Betrieb ist in einem Tempo gewachsen, das jedes Start-Up in den Schatten stellt. Vor drei Jahren noch werkelte Reyle mit zwei Assistenten vor sich hin, jetzt arbeiten auf 2000 Quadratmetern fast 30 Leute für ihn, davon sind immer etwa 15 gleichzeitig da. Reyle selbst, der gut gelaunt durch seine vor Produktivität vibrierende Werkstatt führt, wirkt immer noch ehrlich überrascht von der Expansion: "Entstanden ist das eher zufällig: Ich habe meine Wohnung renoviert, mir von Leuten helfen lassen und gemerkt: Die Arbeit mit Assistenten macht mir Spaß, und ich bin selbst motivierter. Dann kamen immer mehr Ausstellungsanfragen, und anstatt Dinge abzusagen, habe ich einfach mehr Leute eingestellt." Anselm Reyles Unternehmen wirft einiges ab, schließlich ist der 1970 in Tübingen geborene Künstler mit seinem trashigen Recycling der Abstraktion der Moderne ein Liebling des Kunstmarkts. Bei Christie's und Sotheby's kommen seine Abstraktionen auch nach der Abkühlung des Markts noch regelmäßig auf über 100 000 Euro, große Formate ein Mehrfaches - Bilder, bei dessen Entstehung Reyle mit größter Wahrschein lichkeit nur noch als Supervisor mitgewirkt hat. Natürlich ist Anselm Reyle nicht Hulk dienen als Bildmotive (Fotos: Jason Schmidt) der Einzige, der die Pose des einsamen Genies im Dachstübchen aufgegeben hat, um sich als Kunstentrepreneur in die Strudel des Markts zu werfen.

Kunst ist heute nur selten eine Sache von Ein zelkämpfern. Zumindest für die Umsetzung sind viele auf Techniker und Handwerker angewiesen:

Richard Serra lässt seine Stahlgiganten in einer Siegener Gießerei fertigen, Sylvie Fleury beauftragt von Genf aus Berliner Glasbläser für ihre Leuchtschriften, die Videokünstlerin Candice Breitz braucht ein Dutzend Helfer zum Zusammenschneiden ihrer Filme aus Zitatschnipseln.

Diejenigen, die von hier aus den Schritt zur Massenproduktion im großen Stil machen, sind interessanterweise durchweg männliche Künstler - Frauen scheinen zumindest bislang weniger Interesse dar an zu haben, die Kunst in diesem Aus maß wie ein Business zu managen. Das größte Studio zur Zeit betreibt Damien Hirst, er soll an die 200 Mitarbeiter beschäftigen.

Doch offenbar macht sich in seiner Kunstfabrik jetzt die Finanzkrise bemerkbar.

Wie der "Guardian" meldete, entließ der britische Künstler kürzlich 17 Mitarbeiter.

Auch der Amerikaner Jeff Koons kombiniert perfektes Marketing, stählernes Lächeln und arbeitsteilige Werkstattproduktion zu einer unschlagbaren Mischung. Er herrscht in New York über fast 100 Angestellte (art 10/2008).

Die Entwürfe macht er selbst am Computer; knapp 40 ausgebildete Künstler malen die Gemälde, 30 andere modellieren die Skulpturen, die restlichen kümmern sich um Büroarbeit und Organisation.

Dass da auch ein Maler wie Daniel Richter seine Leinwände nicht mehr selbst grundiert, kann sich jeder denken. Aber wer malt sie zu Ende?

Und was heißt das für den künstlerischen Rang des Werks?

Genau das ist eine Frage, die so alt ist wie die Malerei selbst. Berühmt ist der Fall Rembrandt.

25 seiner Schüler sind namentlich bekannt, wahrscheinlich hat er aber deutlich mehr ausgebildet. Er verlangte 100 Gulden Lehrgeld pro Jahr, er verdiente am Verkauf der Schülerwerke, und er erhöhte mit ihrer Hilfe seine eigene Produktion beträchtlich. Viele Werke aus seiner Werkstatt sind vom Meister selbst nur noch retuschiert und korrigiert worden, andere sind Schülerkopien seiner eigenen Arbeiten, und heute schwitzen die Kunsthistoriker über der korrekten Zuordnung. Denn egal, wie gut er gemacht ist: Ein echter Rembrandt bringt immer mehr als ein falscher.

Den Zeitgenossen hatte das Gütesiegel der Rembrandtschen Werkstatt noch gereicht. Erst seitdem sich im 18.

Jahrhundert die romantische Genieästhetik durchgesetzt hatte, zählt das Original von Künstlerhand so viel mehr als die Kopie.

Genau diese Ästhetik wollte der berühmteste Kunstfabrikenbetreiber des 20. Jahrhunderts hinwegfegen: Andy Warhol. Ab 1962 scharte Warhol in seiner New Yorker Factory eine bunte Gruppe von Malern, Filmern, Studenten, Schauspielern und Dichtern um sich. Er hatte die Technik des Siebdrucks für seine Bilder entdeckt. Damit konnte er in einem halben Jahr 2000 Bilder fertigen - oder seine Mitarbeiter.

18 Angestellte, "boys" und "girls" genannt, hielten seine Kunstproduktion am Laufen.

Für Andy Warhol war die kollektive Produktion Teil der künstlerischen Konzeption: Er befreite das Werk von seiner hochkulturellen Aura, adaptierte die Techniken der Massenfertigung und schuf eine Kunst, die der Moderne entsprach. Gleichzeitig war seine Kunstfabrik eine recht hierarchische Veranstaltung. Seine "boys" und "girls" durften feiern wie sie wollten, aber was sie herstellten, überwachte er genau:

Kein Werk verließ das Studio ohne seine Zustimmung und vor allem nicht ohne seine Signatur. Und dass er am kommerziellen Erfolg der Factory seine Freude hatte, hat Warhol nie verschwiegen: "Geld zu verdienen ist Kunst, und arbeiten ist Kunst, und gute Geschäfte zu machen ist die größte Kunst", so lautet einer seiner oft zitierten Aussprüche.

Jede Factory nutzt die Kreativität ihrer Mitarbeiter - oder nutzt sie sie aus? Beantworten müssen das die "boys" und "girls" letztlich selbst. Einar Thorsteinn, isländischer Künstler und Architekt, ist zwar kein "boy", sondern ein Baum von einem Mann mit längst grau gewordenem Zopf, aber er arbeitet seit Jahren im Studio des dänisch- isländischen Künstlers Olafur Eliasson. Thorsteinn ist ein Visionär, der mit Buckminster Fuller befreundet war. Seine architektonischen Utopien sind legendär: fünffach-symmetrische Gebäude unter Glaskuppeln zum Beispiel, in denen die Menschen der Zukunft sich auf der Erdoberfläche festhaken sollen wie kristalline Strukturen.

In Eliassons Studio sorgt Thorsteinn für die richtige Mathematik und die Statik bei den architektonischen Entwürfen. Dass vom wachsenden Ruhm seines Chefs dabei nur wenig auf ihn abfällt, sieht Thorsteinn gelassen - auf seine Nachfrage zum Thema habe Eliasson irgendwann einmal gesagt, das sei wie bei Warhols Factory, erzählte Thorsteinn einmal lachend am Rande eines Vortrags in Berlin.

Eliasson selbst betont bei Ortsterminen in seinem Studio immer wieder, wie wichtig ihm die Atmosphäre in der Gemeinschaft dort ist. Kürzlich erst ist das Atelier umgezogen in ein umgebautes Gebäude einer ehemaligen Brauerei im Prenzlauer Berg, in dem sogar noch Räume für Unterricht Platz haben. Denn Eliasson hat neuerdings eine Professur an der Universität der Künste Berlin. In seinem Studio arbeiten zwischen 35 und 40 Mitarbeiter, Künstler, Architekten, Naturwissenschaftler, Techniker:

"Großartige Leute", sagt Eliasson, "einige der besten in ihren jeweiligen Bereichen." Einige sind seit Jahren dabei:

"Es gibt hier eine besondere Idee von Teamwork, für die die Leute sehr sensibel sind, sie wissen, woran ich glaube, was ich für Werte verfolge - es geht um die gemeinsame Produktion von Wissen in diesem System des Studios." Eliassons Studio ist eine wahre Wunderkammer, mit Platz für aktuelle Pläne und Modelle, aber auch für das reine Experiment. Hier eine Maschine zur Übersetzung von Klang in Form:

"Konkrete Werke haben wir damit bislang eigentlich kaum gemacht, aber die Forschung ist wahnsinnig interessant", erzählt Eliasson. Dort ein Raum, in dem Hunderte von Lichtstimmungen imitiert werden können: "Das ist Venedig am Abend und das Island." Auch Eliassons Studio hat einen immensen Output. Ob BMW-Art-Car, ob ein Schaufenster für Louis Vuitton:

Olafur Eliasson sagt nicht nein - und gewinnt so die finanzielle Freiheit für seine naturwissenschaftlich-künstlerische Grundlagenforschung. Sein Wissensproduktionsstudio führt er dabei teilweise so ähnlich wie ein viel beschäftigter Architekt: Seine Mitarbeiter entwickeln Projekte, oft auch sehr autonom, der Chef wählt aus.

Der Betrachter wird vermutlich von dem Ergebnis fasziniert sein - und nicht darüber nachdenken, ob da, wo Eliasson dransteht, immer auch nur Eliasson drin ist. Das ist bei Tobias Rehberger anders. Der 42-jährige Frankfurter betreibt seit Jahren Grundlagenforschung in genau dieser Angelegenheit:

"Mir geht es um Experimente zur Künstlerrolle an sich: Wo fängt die an, und wo hört die auf?" Auch Rehberger ist ein gefragter Mann, einer, der am liebsten viele verschiedene Dinge gleichzeitig macht.

"Ich habe hier einen Projektschrank, da sind bestimmt 20, 30 Sachen drin.

Jetzt ist es gerade mal Mittag, und ich habe heute bestimmt schon an sechs, sieben Sachen gearbeitet!", sagt Rehberger lachend beim Besuch in seinem Frankfurter Studio. Sieben bis 25 Assistenten sind bei ihm je nach Projekt beschäftigt. Aber die Frage nach dem Copyright, dem Ursprung von Ideen, dem Verhältnis von Konzept und Handwerk hat Rehberger thematisiert wie kaum ein anderer. Manchmal kaufen Sammler bei ihm schlicht Bauanleitungen für Skulpturen, die sie dann selbst ausführen müssen. Afrikanischen Handwerkern hat er Zeichnungen klassischer europäischer Designer- Stühle gegeben, sie mit ihren Mitteln nachbauen lassen und das Ergebnis ausgestellt. Seine Autoskulpturen sind von thailändischen Mechanikern hergestellt, anhand von groben Skizzen und Fotos: Rätselhafte Gebilde kommen da heraus, von Hand liebevoll imitierter High-Tech. Und wie beim Kinderspiel Stille Post, ist die Abweichung, der Fehler, das Eigentliche dabei.

Es geht darum, herauszufinden, wo die Grenze zwischen Handwerk und Idee liegt, oder auch, welche Entscheidungen Teil des Kunstwerks sein sollen und welche nicht. Kürzlich, so erzählt Tobias Rehberger, sei ihm eine Skulptur beim Transport kaputt gegangen.

Er habe die Reste vernichten lassen, aber einen Assistenten gebeten, sie aus dem Gedächtnis noch mal zu machen. Das heißt: Er als Künstler hat das Konzept genau bestimmt, aber die Ausführung entzog sich seiner Macht dann völlig.

Vielleicht, so philosophiert Rehberger in seinem Frankfurter Atelier, könne der Künstler ja dadurch, dass er selbst weniger mit der Arbeit zu tun habe, viel präziser sein. "Kontrolliert er noch mehr, indem er die Kontrolle auf gibt? Das sind recht abstrakte Ideen, aber sie sind wichtig für mein eigenes Verständnis von dem, was ich selbst bin. Ich glaube, gute Kunst kreist immer um die Frage, was Kunst überhaupt ist und wie man sie herstellt." Das konnten wir von Warhol lernen: dass die Produktionsweise Teil der Kunst ist und die Kunst sich mit dem Wandel der Produktionsweisen verändert. Auch Anselm Reyle hat mit dem Wachsen seiner Kunstwerkstatt festgestellt: Seine Arbeit ist viel konzeptueller geworden. "Die Bilder, die die Assistenten malen, stehen lange hier, ich kann sie lange anschauen und bearbeiten. Die Hälfte wird wieder verworfen. Das Prinzip ist, dass alles im Fluss ist, viel produziert wird und nur die besten Sachen rausgehen.

Ich komme dabei mehr zum Selektieren und zum Konzipieren." Reyles Assistenten betreiben Malen nach Zahlen: Er probiert mit Pappstreifen Farbzusammenstellungen aus, und sie bedienen sich am Farbregal, das sortiert ist wie im Malbedarfsladen.

Seine Kunstproduktion ist in fast obzöner Weise pragmatisch - aber gerade das passt zu ihr. Denn Reyles Kunst setzt bewusst da an, an den Grenzen des guten Geschmacks für gewöhnlich die Schlagbäume niedersausen.

Mit seinem poppig bunten Recycling der Abstraktion treibt er der ehrwürdigen Moderne jeden Anflug von Erhabenheit aus. Er setzt da an, wo die Moderne scheitert: bei der Op Art, die die abstrakte Kunst in Grund und Boden popularisiert hat, bei Victor Vasarely, der als Kalenderkünstler verschrien ist. Über die Vorstellung vom Künstlergenie braust er dabei hin weg wie ein hupender GTI-Fahrer auf der Autobahn. Das Kommerzielle, so sagt Reyle, ist nur ein angenehmer Nebeneffekt einer Produktionsweise, die ihm Spaß macht, die ihn schneller macht, die ihn befreit.

So sind die neuen Factories immer beides: Experimentierfelder und Kunstfabriken für den Markt, Ideenmaschinen und Geldmaschinen. Und bald ein halbes Jahrhundert nach Andy Warhol schmerzen diese Gegensätze nicht einmal mehr. Das kreative Kollektiv ist kein utopisch aufgeladenes Konzept mehr, sondern schlicht eine Frage von Synergieeffekten und mehr Output durch Teamarbeit. Das heroisch-einsame Künstlergenie mag passé sein.

Paradoxerweise ist das Künstlersubjekt trotzdem wichtiger denn je. Denn der Künstler ist das Label, das die Produktion der unter seinem Namen versammelten Kunstarbeitsbienen zusammenhält und überhaupt auf dem Markt verkäuflich macht. Ein Werk von Reyle, von Eliasson, von Hirst und von Koons funktioniert da genau wie ein Kleid von Dior oder ein Auto von BMW: Von wem die Inspiration und die Handarbeit stammen, ist letztlich egal. Entscheidend ist die Signatur an der richtigen Stelle.

Kasten:

Rembrandts Factory Kunstproduktion im Kollektiv ist keine neue Erfindung. Seit dem Mittelalter ließen die Meister Bilder von Assistenten malen Ob Albrecht Dürer, Hans Holbein d. J. oder Lucas Cranach, viele große Maler der Vergangenheit arbeiteten nicht allein im stillen Kämmerlein, sondern betrieben Kunstwerkstätten mit Assistenten, in denen sie arbeitsteilig Werke herstellten und kopierten. Auch Rembrandt (1606 bis 1669), der berühmteste Vertreter des niederländischen Barock, ließ sich bei seinen Malaufträgen von Mitarbeitern unterstützen. Sie stellten häufig auch Kopien beliebter Motive her. Rembrandts Werkstatt in Leiden und später sein Atelierhaus in Amsterdam diente aber auch als Ausbildungsstätte. Zwischen 1628 bis 1668 bildete Rembrandt mehr als 25 Schüler aus, die seine Stiche und Zeichnungen kopierten.

Die Schülerarbeiten verkaufte der Meister dann gewinnbringend. Auch deshalb gibt es bis heute Schwierigkeiten mit der genauen Zuschreibung vom Meister eigenhändig gemalter Werke.

Bildunterschrift:

TOBIAS REHBERGER, 42, ist nicht nur in seiner Heimatstadt Frankfurt am Main eine feste Größe im Kunstbetrieb. Der Städelschul-Professor ist bekannt für konzeptuelle, quietschbunte Rauminstallationen, überrascht aber auch mit verwegenen Filmprojekten (art 5/2007) oder Lampenskulpturen aus Klettband. In seinem Atelier beschäftigt er zwischen sieben und 25 Assistenten. Außerdem ganz wichtig für die Arbeit: "Immer einen Vorrat Wurst im Kühlschrank."

Werkbank mit Acrylelementen für neue Lampenskulpturen

An dem großen Tisch finden Teambesprechungen und gemeinsame Mahlzeiten statt, die Lampenskulptur "Infections" dar über ist nur zwischen gelagert (Fotos: Gaby Gerster)

Keine Kinderarbeit:

Tobias Rehberger (ganz vorne) mit seinen Assistenten und seiner Tochter Nepheli (links)

Reyle-Assistent Luca De Gennaro bei der Herstellung eines Streifenbilds ohne Titel

Pinsel und Plastikpalmen:

Blick in Reyles Arbeitsräume (Fotos:

Maziar Moradi)

Anselm Reyle (in der Mitte mit weißem T-Shirt) und seine Crew im Hof seines Ateliers in Berlin-Kreuzberg; der Schuppen im Hintergrund dient als Materiallager für die Kunstproduktion

ANSELM REYLE, 38, gehört zu den neuen Stars der Berliner Kunstszene. Seine Streifen- und Folienbilder kosten über 100 000 Euro. In seiner Kreuzberger Kunstwerkstatt beschäftigt er je nach Auftragslage bis zu 30 Angestellte, die nach seinen Anweisungen Werke wie am Fließband herstellen.

JEFF KOONS, 53, verkörpert mit fast 100 Angestellten das Prinzip der neuen Factories wie kaum ein anderer. Sein New Yorker Mal- und Skulpturenbetrieb ist generalstabsmäßig durchorganisiert, gearbeitet wird nach Stechuhr. Die Fertigstellung eines Werks kann wegen seiner Vorliebe für perfekte Oberflächen dennoch Jahre dauern (art 10/2008).

Jeff Koons (ganz vorn) mit einem Teil seiner Mitarbeiter in seinem Atelier im New Yorker Bezirk Chelsea; Comicfiguren wie der aufblasbare Hulk dienen als Bildmotive (Fotos: Jason Schmidt)

Assistenten schleifen das Kunststoffmodell eines Spielzeug-Tausendfüßlers

Vom Schwimmtier zur Kunst: Koons' Helfer beim Bemalen einer Skulptur

Experimente im Atelier: Olafur Eliasson in seiner Werkstatt mit verspiegelter Decke

Offener Arbeitsplatz:

Eliassons ehemaliges Studio; inzwischen ist er in ein Atelierhaus am Prenzlauer Berg umgezogen

Kunst geht durch den Magen: Olafur Eliassons

Team und Gäste beim gemeinsamen Mittagessen in seinen alten Atelierräumen neben dem Hamburger Bahnhof in Berlin

OLAFUR ELIASSON, 41, beschäftigt nicht nur ein Heer fleißiger Assistenten. Für Großprojekte wie die künstlichen Wasserfälle in New York arbeitet der dänisch-isländische Künstler mit Naturwissenschaftlern zusammen. Kürzlich wurde er als Professor für Bildhauerei an die UdK berufen. Die Studenten unterrichtet er jedoch nicht an der Uni, sondern in eigenen Lehrräumen über seinem neuen Atelier.

Für Warhol war die kollektive Produktion Teil der künstlerischen Konzeption

Rembrandts Werkstatt und Wohnhaus in Amsterdam ist heute ein Museum

Rembrandthuis in der Jodenbreestraat