Ausgabe: 01 / 2009
Seite: 90

Eine Frau im New Yorker Machoverein

Von Boris Hohmeyer

Die Kunsthalle zeigt eine Einzelausstellung der Abstrakten Expressionistin

EMDEN: JOAN MITCHELL

Die New York School der Abstrakten Expressionisten war ein ziemlicher Machoverein. Zu den wenigen Frauen, die sich dort neben Kerlen wie Willem de Kooning, Barnett Newman und Jackson Pollock behaupten konnten, gehörte Joan Mitchell (1926 bis 1992). Die Kunsthalle in Emden zeigt nun die erste Einzelausstellung ihres Werks in Deutschland, die auch nur in der ostfriesischen Stadt zu sehen sein wird.

Ab 1952 setzte Joan Mitchell zunächst ausdrucksvoll luftige, improvisiert wirkende Pinselzüge auf weiße Leinwände.

Später verdichtete sie die Farben auf ihren Gemälden zu kompakteren Massen, zugleich ging es ihr bei aller Treue zur Abstraktion zunehmend um die Wiedergabe der Atmosphäre von Jahreszeiten, von Stadt- und Naturlandschaften.

1959 siedelte Joan Mitchell nach Frankreich um, ließ sich nur wenige Kilometer von Claude Monets einstigem Alterssitz Giverny entfernt nieder. Auch wenn sie jeden bewussten Einfluss des Impressionisten auf ihr Werk bestritten hat: Gerade die späten mehrteiligen Großformate sind durchaus mit dessen Seerosenbildern zu vergleichen.

Termin: 6. Dezember 2008 bis 8. März 2009.

Katalog: 24 Euro, im Buchhandel zirka 34 Euro.

Internet: www.kunsthalle-emden.de

Bildunterschrift: Ölbild "La Chatière" (1960, 194 x 147 cm)