Ausgabe: 01 / 2009
Seite: 122
NACHGEFRAGT
Von
Daniel Helbig, 36, und Guido Sand, 42, Berliner Hoteliers, haben in Mitte das "Museum für DDR-Kunst" gegründet. Bis März zeigen sie in einem ehemaligen Möbelhaus "Volkseigentum. Kunst in der DDR 1949-1989" . Die Exponate stammen aus dem Kunstarchiv Burg Beeskow, wo 23 000 Kunstobjekte aus staatlichen Einrichtungen der DDR-Zeit gelagert werden.
Warum diese Museumsgründung?
Sand: Da klaffte eine Lücke. Es gibt ein Museum für DDR-Alltagsgegenstände, ein Museum für DDR-Motorräder, es gibt unser Ostel, wo man wohnen kann wie zu DDR-Zeiten, nur die Kunst fehlte bislang.
Für Museumsdirektoren haben Sie einen ungewöhnlichen Hintergrund.
Helbig: Ursprünglich sind wir Artisten und sind beim Staatszirkus der DDR als Drahtseiltänzer und Schleuderbrettartist aufgetreten.
Wir haben aber schon in anderen Berufen gearbeitet - nun sind wir Hoteldirektoren und Museumsbetreiber.
Erhalten Sie öffentliche Fördergelder?
Helbig: Nein, das alles ist privat finanziert.
Etwas für Ost-Nostalgiker?
Sand: Hier geht es nicht um Ideologie, sondern um DDR-Alltagskunst: Dazu gehören die Skulptur vor der Kaufhalle ebenso wie der rote Schinken aus der Schule.
Wir zeigen einen Querschnitt, auch Mattheuer, Cremer, Womacka. Ich schätze Neo Rauch, von ihm gibt es in Beeskow auch ein Bild. Aber das haben sie nicht hergegeben.
Internet: www.volkseigentum.eu
