Ausgabe: 09 / 2008
Seite: 122

NACHGEFRAGT

Von

Felix Vogel, 21, der in Karlsruhe Kunstwissenschaft und Ästhetik studiert, wird Kurator der 4. Bukarest-Biennale 2010.

art: Man könnte Ihnen vorwerfen, Sie seien mit 21 schlichtweg zu jung, um eine Biennale zu kuratieren.

Vogel: Mir wurde schon oft gesagt, ich hätte dazu gar nicht die nötige Erfahrung.

Meine Unvoreingenommenheit kann aber auch von Vorteil sein. Viele Biennale-Kuratoren machen in Istanbul dasselbe wie in Shanghai. Es besteht eine Austauschbarkeit, eine routinemäßige Zirkulierung von Künstlern und Kuratoren. Damit möchte ich brechen und eine Biennale schaffen, die im spezifischen Kontext von Bukarest verankert ist, aber einen universalen Anspruch an die Kunst und die konzeptionelle Fragestellung formuliert.

Was verbindet Sie mit Bukarest?

Ich arbeite dort seit zwei Jahren, so habe ich tiefen Einblick in die Kunstszene und den politischen Kontext bekommen. Die Szene ist viel lebendiger. Sie beschäftigt sich mit dringenden Fragen und verläuft weniger in institutionalisierten Bahnen.

Was sind Ihre Ambitionen für 2010?

Ich möchte eine an politischen Fragen interessierte Kunst zeigen. Viele Projekte sollen im öffentlichen Raum agieren, was hier eine viel politischere Implikation als in Deutschland hat, wo es einen großen Etat dafür gibt und man damit vertraut ist. Ich möchte rumänische Kunst im Bewusstsein der Bevölkerung stärker verankern und lege gleichzeitig Wert auf internationale Sichtbarkeit.