Ausgabe: 09 / 2008
Seite: 16

Die Art-Home-Story (14) - Zu Gast bei Karin Sander

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Krimskrams, Nippes, Utensilien - im Laufe der Zeit sammelt sich so einiges an. Wir besuchen Künstler in ihren Ateliers und lassen uns ihre Lieblingssachen und Herzensdinge zeigen.

DIE ART-HOME-STORY (14 )

Bildunterschrift:

Faserbälle So etwas findet man am Strand.

Diese sind aus Tunesien, aber es gibt sie überall. Vermutlich handelt es sich um alle möglichen Pflanzenfasern.

Entfernt haben sie auch etwas mit einer meiner Arbeiten zu tun: Für "Lint Pick-Up" (1998) tastete ich die Körperoberfläche einer Person systematisch mit einer Flusenrolle ab. Die aufgenommenen Wollfasern, Haare und Krümel wurden zu einem abstrakten Porträt.

Klotuch Es sieht aus wie ein Staubtuch, ist jedoch ein Klotuch. Früher, zu Zeiten der Plumpsklos, hat man damit die Klobrille abgewischt.

Nein, das hier ist gewaschen! Das besitze ich schon sehr lange. Dieses Muster ist doch unglaublich! Mich erinnert es auch ein wenig an die Tücherobjekte von Andreas Slominski.

Schokolade Diese Tafel kann man als Stadtplan benutzen. Entfernt hat sie mit zwei meiner Arbeiten zu tun: 1997 beschäftigte ich mich mit dem Thema Stadt und ermittelte für die "Skulpturen Projekte" den Schwerpunkt von Münster.

2005 entwickelte ich einen Schokoladen-Bodyscan für eine Schau im Kölner Museum Ludwig.

Konzeptkünstlerin Karin Sander, 51, in ihrem Berliner Atelier.

Sie ist derzeit an diversen Schauen im In- und Ausland beteiligt, Infos unter: www.karinsander.de

Lapislazuli Für ein Projekt, das ich 2003 in Tübingen realisierte, bin ich vor ein paar Jahren in das pakistanisch-afghanische Grenzgebiet gefahren, um den richtigen Pigmentstein zu finden.

Wir benötigten 300 Kilogramm Lapislazuli. Auf der Reise über die Grenze begleitete mich ein pakistanischer Wächter mit Kalaschnikow.

Katzenkiste Meine Katze hat mindestens 19 verschiedene Schlafplätze im Atelier. Diese Kiste mit dem Pullover steht auf dem Schreibtisch. Die Katze hat sie sich selbst ausgesucht.

Neulich war ich bei meinem Künstlerfreund Ken Ainsworth in Sydney zu Besuch - er hat auch so eine Kiste auf dem Schreibtisch.

Leuchtröhre Von diesen Lampen habe ich zwei auf dem Sperrmüll gefunden. In meinem alten Stuttgarter Atelier hingen sie an der Decke. Hier in Berlin sind sie im Keller, denn die Räume sind zu hoch. Die Form dieser Lampen finde ich toll, vermutlich sind sie aus den zwanziger Jahren. Die Röhren musste ich noch nie auswechseln.

Das könnte schwierig werden, denn solche dicken Röhren gibt es ja längst nicht mehr.