Ausgabe: 09 / 2008
Seite: 113

Heimkehr der Konzeptualisten

Von Susanne Altmann

Moskau: Die Kabakovs feiern sich mit einer Retrospektive

Ab 17. September soll Moskau für vier Wochen die "totale Installation" erleben. Der Erfinder dieses Begriffs, Ilya Kabakov, 74, und seine Frau Emilia, 63, inszenieren eine imposante Retrospektive.

Genau 20 Jahre, nach dem der russische Konzeptkünstler aus der Sowjetunion in die USA emigiert ist, findet an drei Schau plätzen der Stadt seine erste Werkschau in Russland statt. Einer ist das neue Zentrum für Gegenwartskunst (CCC). Die ehe malige Busgarage wird von der 26-jähri gen Freundin des russischen Milliardärs Roman Abramowitsch, Darja Schukowa, betrieben und erlebte im Juni ihre pompöse Einweihung vor gro ßem Publikum.

Im CCC zeigt das Künstlerpaar seine Neuinterpretation russischer Kunstgeschichte: den Werkkomplex "An Alternative History of Art" (2005) und die Arbeit "Der rote Wagon" (1991). Im neuen Ga lerienmekka Winzawod und im Staatlichen Puschkin-Museum sind zudem weitere Kabakov- Installationen wie etwa das berühmte Toilettenhäuschen (1992) zu sehen, das auf der Documenta 9 in Kassel für Aufregung sorgte.

Die Kosten für das ehrgeizige Projekt seien nicht genau bezifferbar, so Emilia Kabakov. Auch störten Gerüchte über Finanzierungslücken die letzten Vorbereitungen:

So meldete "The Art Newspaper", der Nickel-Milliardär Michail Prochorow habe eine bereits zugesagte Summe zur Unterstützung der Ausstellung wieder zurückgezogen. "Alles Unsinn", dementiert Emilia Kabakov: "Mit Prochorow waren wir gar nicht konkret im Gespräch, er wird später andere Vorhaben von uns finanzieren."

Bildunterschrift:

Ilya und Emilia Kabakov stellen im Moskauer Kulturzentrum (Foto) aus