Ausgabe: 09 / 2008
Seite: 113
Schwerer Notstand in Pompeji
Von Ute Diehl
Archäologie: Die antike Stadt am Fuß des Vesuvs verwahrlost
Dramatisch" sei der Zustand der Ausgrabungsstätte Pompeji bei Neapel, erklärte Kulturminister Sandro Bondi, auf dessen Drängen die italienische Regierung den Notstand über die antike Stadt, die im Jahr 79 vom Ausbruch des Vesuvs verchüttet wurde, verhängt hat. Die archäologische Stätte lockt jährlich rund 2,5 Millionen Besucher an. Folge dieses An sturms sind Abnutzung und Verschmutzung. Das 44 Hektar gro ße Gelände macht einen verwahrlosten Eindruck. Täglich wer den kleine Mosaiksteine und Fres kenreste entwendet. Es gibt nicht genug Aufsicht, so sind viele Bauten geschlossen und werden nur gegen ein Trinkgeld vom Wachdienst geöffnet. Die Kanalisation ist defekt, so dass bei Regen Abwasser auf die Wege läuft.
Nun soll der neue Son der kom missar Renato Profili dafür sorgen, dass die Mängel behoben werden.
Wie viel Geld ihm zur Verfügung steht, ist unbekannt. Ginge es nach der Vorstellung des in Kampanien für Tourismus zustän digen Assessore Claudio Velardi, wäre "die ersehn te Privatisierung der Ausgrabungs stätte" auf Dauer die bes te Lösung.
Bildunterschrift:
Entwenden Mosaiksteine und Freskenteile:
Touristen in Pompeji
