Ausgabe: 07 / 2008
Seite: 116
Vormarsch nach China
Von Claudia Bodin
Expansion: Pace Wildenstein eröffnet eine Filiale in Peking
Das Geld gibt die Marschrichtung vor. Deshalb war es nur eine Frage der Zeit, bis sich eine der großen New Yorker Galerien in Peking niederlässt. Pünktlich zum Start der Olympischen Spiele eröffnet die Pace Wildenstein Gallery Anfang August eine Vertretung mit mehr als 2000 Quadratmetern Ausstellungsfläche.
20 Millionen Dollar steckte Pace Wildenstein in das Projekt, das wellenförmige Gebäude der ehemaligen Munitionsfabrik wurde von dem New Yorker Architekten Richard Gluckman umgebaut.
Pace Peking befindet sich im Herzen des "Factory 798 District", einem Viertel, in dem bereits mehr als 200 Galerien ansässig sind. Wirtschaftsexperten schätzen, dass Chinas Kunstmarkt bereits an Platz drei hinter Großbritannien und den USA liegt und damit Frankreich überholt hat. Sotheby's und Christie's nahmen 2007 bei Auktionen in Hongkong 800 Millionen Dollar ein.
Wildenstein präsentiert seit einem Jahr die gefragtesten chinesischen Künstler Zhang Huan und Zhang Xiaogang, der kürzlich mit einem Bild aus seiner "Bloodline Series" einen Rekord von fünf Millionen Dollar erzielte. "Die Kunstszene ist außergewöhnlich", bescheinigt der Vorsitzende von Pace Wildenstein Arne Glimcher.
"Es ist ein wenig wie Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Mit einer Kultur, die zerschlagen wurde, so dass sie frisch starten konnte." Als Chef der Peking-Filiale engagierte Glimcher den chinesischen Kunsthistoriker und Kuratoren Leng Lin. Um die Künstler seiner Heimat bekannt zu machen, hatte der 43-Jährige bereits 2004 den Ausstellungsort "Peking Kommune" im Factory- Viertel gegründet. Zur Er öffnung setzt Pace allerdings nicht nur auf lokale Stars, sondern bringt auch amerikanische Schwergewichte wie Chuck Close und Alex Katz mit.
Bildunterschrift:
Pace Peking eröffnet in einer ehemaligen Fabrik im "Factory 798 District"
