Ausgabe: 07 / 2008
Seite: 87

Mit Schweiß und Schmiere

Von Karen Bofinger

Der Kunstverein zeigt den Filmzyklus "Only After Dark" des Serben HAMBURG: BOJAN ŠARCEVIC

Es sind Räume, die Bojan Šarcevic umtreiben, und die Frage, was Kunst sein soll: Ist sie nur ästhetisch zu beurteilen, oder hat sie politische Aufgaben?

Soziale und architektonische Räume haben den Serben geprägt, er hat sie oft gewechselt: 1974 in Belgrad geboren, wuchs er in Nordafrika auf, lebte in Sarajevo, als der Krieg ausbrach, später in Amsterdam, Paris und nun in Berlin.

Der Kunstverein Hamburg zeigt Šarcevic fünfteiligen Filmzyklus "Only After Dark"; er ist erstmals komplett in Deutschland zu sehen. Die Kamera tastet arrangierte Materialien ab: kleine, spitzwinklige Skulpturen aus Holz, Metall oder durchsichtigem Plastik, die wie Fragmente vergessener Bauten wirken.

Eigens komponierte Musik verleiht den Szenen mysteriösen Charakter.

Im Glauben an die Magie von Materialien erinnert Šarcevic an Joseph Beuys, die Schlichtheit seiner Arbeiten zitiert Minimal Art und Konzeptkunst. Oft macht Šarcevic Arbeitsprozesse sichtbar, indem er etwa Fabrikarbeiterkleidung zeigt, befleckt, exakt gefaltet:

Er schafft es, zugleich formal-ästhetisch und gesellschaftspolitisch zu sein.

Termin: 5. Juli bis 21. September.

Internet: www.kunstverein.de; www.bojansarcevic.net

Bildunterschrift:

Filmprojektion von "Only After Dark" (2007)