Ausgabe: 07 / 2008
Seite: 120

Der Unangepasste

Von

Autobiografie des Malers Hans-Hendrik Grimmling

Der sächsische Maler Hans- Hendrik Grimmling sagt über seine frühen Jahre: "Ich schrieb und zeichnete und genoss meine Melancholie." Tatsächlich gilt dieses Statement wohl bis heute, liest man die soeben erschienene Autobiografie des Künstlers: Melancholie, düstere Farben und existenzielle Themen durchziehen sein bildkünstlerisches wie literarisches Werk. 1947 in der Kleinstadt Zwenkau bei Leipzig geboren, entschied sich Grimmling für ein Leben als Bohemien. Was als Geste der Verweigerung gegenüber dem DDR-Alltag begann, nahm mit der Ausbildung an der Dresdner Hochschule für Bildende Künste bald professionelle Züge an. In Leipzig organisierte er 1984 mit Künstlerkollegen den "1.Leipziger Herbstsalon" als Highlight der damaligen Subkultur und emigrierte bald darauf nach West-Berlin. Doch auch dort empfand er sich als Fremdkörper; als abgestürzten, gestutzten Vogel. Anekdotisch, oft poetisch, spiegelt das Buch sowohl einen Lebensweg wie auch jüngere Zeitgeschichte. S. A.

Hans-Hendrik Grimmling & Doris Liebermann: Die Umerziehung der Vögel. Mitteldeutscher Verlag. 288 S., zahlreiche Abb., 24,90 Euro

Bildunterschrift:

Grimmling: "Ich in Leipzig" (1978)