Ausgabe: 07 / 2008
Seite: 120
Mahnende Bilder
Von
Fotografien von Landschaften, die es bald nicht mehr gibt
Es werden relativ viele Worte gemacht am Anfang dieses Buches - informative, mahnende, pathetische, aufrüttelnde. Und es ist ja auch ein dramatisches Thema, das hier verhandelt wird: Der Mensch ist drauf und dran, diese Erde für immer zugrunde zu richten. Doch so nachdrücklich auch beschrieben, reflektiert und argumentiert wird - die eindrucksvollsten Belege dafür, was unserem Planeten bereits angetan wurde und was ihm noch droht, liefern die Bilder, die 21 Fotografen in den letzten Jahren rund um den Globus (und zum Teil eigens für dieses Buch) gemacht haben.
Denn ob sie, wie Walter Niedermayr, den unaufhaltsamen Niedergang der Alpen durch Tourismus und Industrie zeigen, ob sie, wie Jem Southam, das allmähliche Zerbröseln der Felsenküsten in Südengland und in der Normandie dokumentieren oder, wie Edward Burtynsky, die schreckliche Schönheit nickelverseuchter Flüsse in Kanada:
"Landschaft als Bild der Natur", so der Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber, "ist heute nicht mehr unabhängig vom Menschen zu denken, sie ist immer eine 'geschaffene'." P. M.
Nadine Barth (Hrsg.): Verschwindende Landschaften. DuMont Buchverlag.
224 S., 140 Abb., 49,90 Euro
Bildunterschrift:
Peter Bialobrzeski fotografierte die bedrohte Westküste der Insel Sylt für seine Rungholt- Serie (2007)
