Ausgabe: 06 / 2008
Seite: 109

Wichtigstes Schaufenster

Von Kito Nedo

Sammlung: Daimler zeigt weiterhin Kunst am Potsdamer Platz

Als der angeschlagene Autokonzern Daimler die so genannte "Daimler City" am Potsdamer Platz in Berlin als "nicht betriebsnotwendige Immobilie" an eine schwedische Großbank verkaufte, löste dies auch bei den Kunst liebhabern der Hauptstadt Frösteln aus: Würde Daimler bald auch seine Kunstsammlung als "nicht betriebsnotwendig" definieren und die Schauräume, die sich ebenfalls auf dem rund 68 000 Quadratmeter großen, nach Plänen von Renzo Piano bebauten Areal befinden, schließen?

Seit 1977 sammelt der Konzern vor allem abstrakte und minimalistische Kunst, mittlerweile befinden sich rund 1800 Werke von rund 600 deutschen und internationalen Künstlern wie Max Bill, Jeff Koons und Walter de Maria im Besitz der schwäbischen Autobauer.

Doch allen Trennungsgerüchten tritt Renate Wiehager, die Leiterin der Daimler Abteilung Kunstbesitz, vehement entgegen:

"Die Fantasie eines Verkaufs der Sammlung hat es nie gegeben." Seit der Eröffnung des Berliner Schauraums im Haus Huth 1999 sei die Sammlung in der internationalen Öffentlichkeit zu einer renommierten Adresse geworden und mit vier bis fünf anspruchsvollen Wechselausstellungen im Jahr habe man sich ein festes Publikum in der Hauptstadt erarbeitet. Zudem sorge eine seit 2003 tourende Wanderausstellung mit rund 150 Werken der Sammlung, die schon in Brasilien, Südafrika, Japan, Spanien und in den USA gezeigt wurden, für eine weltweite Vernetzung durch die Kunst. Doch Berlin, so versichert Wiehager, bleibe auch zukünftig das wichtigste Schaufenster der Daimler-Kunstsammlung.

Internet: www.sammlung.daimler.com

Renate Wiehager leitet die Daimler-Kunstsammlung