Ausgabe: 06 / 2008
Seite: 79

Ein Gesicht für die neue Elite

Von Felicitas Rhan

Amerikanische Porträts des "Gilded Age" im Bucerius-Kunstforum HAMBURG: HIGH SOCIETY

Zwischen 1875 und 1905, den Jahren der fortschreitenden Industrialisierung, in denen Amerikas Eisenbahnmagnaten und Ölbarone riesige Vermögen anhäuften, wuchs das Repräsentationsbedürfnis dieses neu entstandenen amerikanischen Geldadels. Die Porträtmaler dieser Zeit - die von Mark Twain "Gilded Age" ("Vergoldetes Zeitalter") genannt wurde - hatten Hochkonjunktur.

Die Ausstellung "High Society.

Amerikanische Portraits" verdeutlicht den Einfluss, den die Gewinner des explosionsartigen Wirtschaftsaufschwungs auf die Porträtmalerei und deren Markt ausübten.

Die Auftragsbilder spiegeln die feinen sozialen Unterschiede wider und geben dieser neuen gesellschaftlichen Elite ein Gesicht. Die Schau umfasst 50 Werke, unter anderem von John Singer Sargent und James Whistler, und ist der zweite Teil der Ausstellungstrilogie des Kunstforums zum Thema "150 Jahre amerikanische Kunst".

Termin: 7. Juni bis 31. August. Katalog: Hirmer Verlag, 24,90 Euro, im Buchhandel 34,90 Euro.

Internet: www.buceriuskunstforum.de

"Kate Field" (1881 oder 1887, 127 x 102 cm), Ölgemälde von Francis David Millet