Ausgabe: 06 / 2008
Seite: 79
Perfekte Illusion
Von Felicitas Rhan
Die Kunsthalle zeigt Stillleben - vom Barock bis in die Gegenwart HAMBURG: STILLLEBEN
Wohl kaum ein anderes Genre in der Kunstgeschichte spiegelt so deutlich Reichtum und Repräsentationsdrang seiner Auftraggeber wider wie das Stillleben. Damit zeigten die Maler einerseits ihr Können in der perfekten Nachahmung der Wirklichkeit, andererseits betonten die Auftraggeber mit einem Stillleben ihre soziale Stellung und ihre besondere finanzielle Lage. Zwar beschäftigte man sich schon im Altertum mit dem sorgfältigen Arrangement lebloser Gegenstände, doch seine Blütezeit hatte das Stillleben erst im niederländischen Barock des 17. Jahrhunderts. Die Mischung aus täuschend echter Darstellung und einer Symbolgeladenheit mit versteckten Zeichen auf die Vergänglichkeit des Lebens beherrschten die barocken Maler perfekt.
In der Ausstellung der Kunsthalle bilden über 80 Werke aus dieser Zeit den Schwerpunkt mit Malern wie Willem Claesz Heda, Pieter Claesz und Abraham van Beyeren. Aber auch Künstler der Moderne wie Courbet, Monet und Renoir zeigen ganz eigene Ansichten von Stillleben.
Hinzu kommt die überraschen de Kombination mit zeitgenössischen Skulpturen und Installationen.
Termin: 6. Juni bis 5. Oktober. Katalog: Hirmer Verlag, im Buchhandel 34,90 Euro.
Internet: www.hamburger-kunsthalle.de
"Blütenzweige und Blumen" (1855, 84 x 109 cm) von Courbet (oben). "Dekadenz und Niedergang" (2006) von James Hopkins (links), "Stillleben mit Jakobsstab" (1676, 120 x 95 cm) von Adrian Valck
