Ausgabe: 06 / 2008
Seite: 120

Pralles Künstlerleben

Von

Eine lesenswerte Biografie über den Maler Lovis Corinth

Künstlerische Kraftnatur, ein Draufgänger und ein Hüne von einem Mann: einer, der kein Blatt vor den Mund nahm, forsch, trinkfreudig, erfolgreich, mit einer über 20 Jahre jüngeren, schönen Frau an seiner Seite. Das war Lovis Corinth, wie er um 1900 herum in den Berliner Salons gefeiert wurde. Aber dieser kühne Künstler, der heute wegen seiner späten, heftigen Malerei als "Bahnbrecher in Richtung Abstraktion und Aktionsmalerei" gilt (Eduard Beaucamp), litt immer wieder unter Depressionen, war auch ein Zweifelnder, ein Zerrissener.

Sein pralles Leben, seine aufregende Kunst bieten ohne Zweifel ausreichend Stoff für eine Biografie. Da sich 2008 der 150.

Geburtstag Corinths jährt und bis 22. Juni im Pariser Musée d'Orsay und ab 11. Juli dann im Leipziger Museum der Bildenden Künste große Schauen präsentiert werden, ist das Buch von Peter Kropmanns perfekt terminiert.

Der Kunsthistoriker ist ein solider Wissenschaftler, der unterhaltsam schreiben kann. Und so liest sich seine Lebensgeschichte des Lovis Corinth flüssig und leicht. A. K.

Peter Kropmanns: Lovis Corinth. Ein Künstlerleben. Hatje Cantz Verlag. 160 S., 25 Abb., 24,80 Euro

Corinths "Selbstbildnis" von 1912