Ausgabe: 05 / 2008
Seite: 124
Von Los Angeles an den Rhein
Von Michael Kohler
Art Cologne: Daniel Hug wird neuer Direktor der Kunstmesse
Zwar habe er sich mit festen Konzepten und Ideen beworben - " aber leider kann ich derzeit nicht ins Detail gehen". Mehr war Daniel Hug, dem de signierten Direktor der "Art Cologne", bei seinem ersten öffentlichen Auf tritt Ende März in Köln nicht über die Zukunft der traditionsreichen Kunstmesse zu entlocken.
Erst zwei Tage zuvor hatte die Koelnmesse das Geheimnis um die Nachfolge des glücklosen Gérard Goodrow gelüftet und damit die gesamte Fachwelt überrascht.
Hug, der 39-jährige Galerist aus Los Angeles, bringt zwar Erfahrungen als Berater der amerikanischen Kunstmessen "Art Chicago" und "Art LA" mit, allerdings beschränkte sich sein Wirkungskreis bislang auf die zeitgenössische Kunst.
Gleich mehrfach betonte der gebürtige Schweizer mit amerikanischem Pass daher, wie sehr ihm auch die auf der "Art Cologne" traditionell stark vertretene Klassische Moderne am Herzen liegt.
"Ich habe da Familienbande", so Hug, "mein Großvater ist Laszlo Moholy-Nagy, das sind meine Wurzeln." Daniel Hugs Beziehungen zu Köln sind lockerer gestrickt. Im Jahr 2000 war er als Aussteller zu Gast, dieses Jahr saß er im Auswahlkomitee des Open Space-Segments der "Art Cologne" - wie überhaupt das neue Motto am Rhein zu lauten scheint: "Vom Open Space lernen, heißt siegen lernen." Deren Macher Kathrin Luz und Detlef Meyer Voggenreiter sollen Koelnmesse-Geschäftsführer Oliver P. Kuhrt zufolge stärker in die Gesamtverantwortung eingebunden werden und dem neuen Direktor den Rücken für seine vornehmste Aufgabe, die Akquisition namhafter internationaler Galerien, freihalten. In Kürze will Hug seinen Kunsthandel abgeben und nach Köln ziehen.
Für die Einarbeitung veranschlagte er 100 Tage. Danach muss auch das Geheimnis seines Messekonzepts ans Licht.
Das Interview mit Daniel Hug finden Sie unter: www.art-magazin.de/hug
Wahlamerikaner für Köln: der neue "Art Cologne"-Direktor Daniel Hug
