Ausgabe: 05 / 2008
Seite: 122
Entlastung für die Pyramide
Von Heinz Peter Schwerfel
Museum: Der Louvre in Paris wird bis 2018 generalsaniert
Das meistbesuchte Museum der Welt ist zum Opfer seines Erfolgs geworden. Seit zwei Jahren stürmen jährlich rund 8,3 Millionen Besucher den Pariser Louvre. Gerade bei Regen kommt es zu lautstarken Protesten in den Warteschlangen, die sich vor der 20 Jahre alten, von Ieoh Ming Pei entworfenen Pyramide im Freien bilden, da der schmale Eingang mit seinen Rolltreppen und einer einzigen Sicherheitskontrolle nicht für diesen Massenandrang konzipiert wurde. Mit 4,5 Millionen Besuchern jährlich hatte man seinerzeit gerechnet.
Nun hat der Louvre-Präsident Henri Loyrette einen Masterplan großer Baustellen bekanntgegeben, an denen der Louvre in den nächsten zehn Jahre modernisiert werden soll. Die Änderungen im Eingangsbereich werden "in vollem Einverständnis" mit Architekt Pei realisiert, erklärte Loyrette.
Um die oberirdische Pyramide rasch zu entlasten, werden von 2009 bis zur Fertigstellung neuer Zugänge im Jahr 2017 alle Besuchergruppen umgeleitet. Zudem sollen zusätzliche Kassen und 23 über den unterirdischen Eingangsbereich verstreute Infoposten eingerichtet werden. Änderungen gibt es auch bei den Schauräumen:
So wird im Pavillon Sully künftig nur die Geschichte des Louvre behandelt. Die Räume rings um die berühmte Sphinxstatue werden bis 2012 für die Kunst der Etrusker und Römer freigemacht.
Im Südflügel sollen Säle für englische Malerei eingerichtet werden.
Bezahlt werden soll das alles auch von den Erträgen des Leihvertrags, den die Pariser mit dem Louvre Abu Dhabi ab geschlossen hat.
Internet: www.louvre.fr
Für den gewaltigen Besucherandrang ungeeignet:
Eingangsbereich des Louvre
