Ausgabe: 05 / 2008
Seite: 124

Lada als Lockmittel

Von Gnter Kowa

Leipzig: Galerienrundgang mit internationaler Verstärkung

Die Baumwollspinnerei ist inzwischen weltweit als einflussreiche Kunstfabrik bekannt. Doch auf diesem Ruhm möchten sich die Leipziger Galerien nicht ausruhen. Sie wollen etwas vom Hauptstadtrummel für sich abschöpfen.

Deshalb präsentieren sie vom 1. bis 4. Mai, zeitgleich mit dem Berliner "Gallery Weekend" und während der Laufzeit der Berlin-Biennale, ihren eigenen "Rundgang" auf dem umgewidmeten Industrieareal der einstigen Baumwollfabrik. Darüber hinaus haben sie 14 internationale Galerien in eine der ehemaligen Maschinenhallen eingeladen. Das Projekt nennen sie "Lada" in Anspielung auf die russische Automarke und als Abkürzung für "Leipzig Art Dealers Association" - ein informeller Zusammenschluss der Spinnerei-Galerien.

Die Händler aus Moskau, Budapest, Kopenhagen, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Brüssel, Paris, Amsterdam, London, Puerto Rico, Mexiko und Bombay präsentieren überwiegend gegenständliche Kunst. Das Spektrum reicht von fiktionalen und surrealen bis zu ironischen und realistischen Positionen. Unter den angekündigten Künstlern fallen Vertreter aus der ehemaligen russischen Dissidentenszene auf, die die GMG Gallery aus Moskau präsentiert, während die erst vor zwei Jahren gegründete Galerie Mirchandani und Steinrücke aus Bombay mit den traumverlorenminimalistischen Gemälden der jungen indischen Künstlerin Sarika Mehta aufwarten will.

Es kommen aber auch bekannte Namen mit neuen Arbeiten zum Zuge: Wohnmaschine, Berlin, zeigt Peter Rösels fremdartigvertraute Gebilde, Voges und Partner aus Frankfurt haben Martin Liebschers digitale Fotospektakel im Angebot.

Info: www.spinnerei.de

Im Mai holen Leipziger Galerien internationale Kollegen in die Spinnerei

Günter Kowa