Ausgabe: 05 / 2008
Seite: 122

Kunst statt Asterix und Obelix

Von Heinz Peter Schwerfel

Paris: Filmemacher Berri eröffnet eigene Ausstellungsräume

Einen "lange gehegten Traum" erfüllt sich Claude Berri, Filmregisseur, Kunstsammler und erfolgreichster Kinoproduzent der französischen Filmgeschichte. Berri eröffnete vor kurzem eigene Ausstellungs- und Galerieräume mitten im Pariser Marais. In einer Hinterhofpassage der Rue Rambuteau zeigt der 73-Jährige in den von Architekt Jean Nouvel umgebauten Räumen vor allem Gegenwartskunst aus eigenen Beständen, ergänzt durch kuratierte Projekte, die durch Verkäufe finanziert werden sollen. So folgt nach der Eröffnungsausstellung des Franzosen Gilles Barbier Ende Mai eine Gruppenschau indischer Künstler um Rina Banerjee, Subodh und Shilpa Gupta. Im Herbst werden Arbeiten von Giuseppe Penone, Tacita Dean und Rodney Graham gezeigt.

Berri, selbst populärer Filmschauspieler und der letzte Tycoon des französischen Kinos, verdiente als Produzent von Blockbustern wie "Der Bär" oder "Asterix und Obelix" ein Vermögen.

Aus gesundheitlichen Gründen zog er sich vor drei Jahren aus der Filmbranche fast ganz zurück und verkaufte seine Anteile an der Firma Renn, um sich der Kunst zu widmen. Berri sammelt seit rund 40 Jahren. Neben Designobjekten und Möbeln besitzt er über 2000 Kunstwerke - darunter größere Ensembles von Vertretern der Klassischen Moderne wie etwa Julio González und Giorgio Morandi.

Seine umfangreiche Fotografi esammlung reicht von Man Ray bis Hiroshi Sugimoto.

In Berris Räumen zu sehen: Gilles Barbiers "Mega Modell" (2006)

Kunstsammler Claude Berri

Internet: www.espaceclaudeberri. com