Ausgabe: 05 / 2008
Seite: 88

Großes Erbe eines Träumers

Von Petra Bosetti

Burgundische Hofkultur im Historischen Museum Bern und im Groeningemuseum BERN: KARL DER KÜHNE

Er wurde Karl der Kühne genannt, aber diese Kühnheit kostete ihn das Leben: Herzog Karl (1433 bis 1477) träumte vom einem selbstständigen burgundischen Reich. Dafür wollte er sich Lothringen als Bindeglied zwischen seinen nördlichen und südlichen Besitztümern, den Niederlanden und Burgund, einverleiben. Der französische König Ludwig XI. einte die Gegner von Karls Expansionsträumen, dennoch gelang es Karl, Lothringen zu besetzen.

Als sich der Kühne dann auch noch mit den Schweizern anlegte, wurde er von den Eidgenossen in zwei Schlachten besiegt. In einem weiteren Feldzug gegen Herzog René II. von Lothringen wurde Karl bei Nancy getötet. Die burgundische Hofkultur aber hat ihn überlebt und zählt zu den Höhepunkten der Kulturgeschichte. Das Historische Museum Bern zeigt Kunstschätze von Karls Hof, ergänzt aus großen Museen dieser Welt - Gemälde von Künstlern wie Hans Memling, Goldschmiedekunst, Buchmalerei, Tapisserien und Seiden stickerei.

Termin: 25. April bis 24. August. Weitere Station:

Brügge 27. März bis 21. Juli 2009. Katalog:

Verlag Neue Zürcher Zeitung, 64 Franken.

Internet: www.bhm.ch, www.karlderkuehne.org

Oben: Krone (um 1474), Geschenk für das Marienbild im Aachener Dom. "Tausendblumenteppich" (um 1466). Unten: "Triptychon von Willem Moreel" (1484, 121 x 153 cm) von Hans Memling