Ausgabe: 05 / 2008
Seite: 86
Buddha intim
Von Petra Bosetti
Schätze eines japanischen Klosters sind in der Bundeskunsthalle zu sehen BONN: DAIGO-JI - DER GEHEIME BUDDHISMUS IN JAPAN
Wenn im Untertitel einer Ausstellung der Begriff "der geheime Buddhismus" auftaucht, dann ist das in diesem Fall nicht der Versuch eines Kurators, seine Schau im Stil der Boulevardpresse aufzupeppen. Vielmehr, so wird schon in den Vorankündigungen erklärt, "ist dies die direkte Übersetzung des in Ostasien gebräuchlichen Namens für den esoterischen Buddhismus", für einen "intimen" Buddhismus im Sinne von "Buddha nahe sein".
Das Kloster Daigo-ji, im 9. Jahrhundert im Süden der alten Kaiserstadt Kyoto gegründet, gilt als eine der größten Kultstätten dieses "Shingon-Buddhismus".
Seine Schätze aus 1100 Jahren sind jetzt zum ersten Mal in Deutschland zu sehen. In der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik werden 240 Werke - Skulpturen, Gemälde, Bildrollen, Lackarbeiten, Kalligrafien - gezeigt, 13 davon sind als "Nationalschätze" Japans besonders gehütet und durften wie viele andere Arbeiten nur extrem selten das Land verlassen.
Dazu gehören illuminierte "Sutren" (religi ö se Schriften) und drei Meter hohe Malereien.
Termin: 25. April bis 24. August.
Katalog: Prestel Verlag, 29 Euro, im Buchhandel 59 Euro. Internet: www.kah-bonn.de/
Sitzende Figur des Nyoirin Kannon (10. Jahrhundert, Höhe 50 cm)
