Ausgabe: 04 / 2008
Seite: 121

Gerhard Richter satt

Von Stefan Koldehoff

Drei Bücher geben Auskunft über den Ausnahmekünstler BUCH DES MONATS

So viel Gerhard Richter war selten: In Köln zieht das Domfenster selbst Agnostiker in Scharen an, im Baden-Badener Museum Frieder Burda öffnet eine Retrospektive den Blick aufs Gesamtwerk - und gleich drei Bücher liefern zur Kunst den Hintergrund.

Die Düsseldorfer Fotografin Erika Kifflbegleitete den Maler mit der Kamera. Zweimal verbrachte sie längere Zeit im Atelier des Künstlers:

1967 näherte sie sich vor allem dem Menschen - in Auf nahmen, die so wenig distanziert sind, dass sie sogar jene verwischte Malweise imitieren, derer sich Richter damals bediente. Zehn Jahre später gelingt ihr dann ein dokumentarischerer Zugang.

Erika Kiffls Fotos werden begleitet von einem klugen Text des Kunsthistorikers Dietmar Elger. Seine vom Maler autorisierte Biografie ist gerade in einer erweiterten Ausgabe erschienen, die nun auch die MoMA-Retrospektive und die Debatte ums Domfenster berücksichtigt. So viel präzise aufs Werk bezogene Information wie Elger, der heute das Richter-Archiv der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden leitet, kann kein zweiter Autor liefern. Außer einem vielleicht: Richter selbst. Endlich liegt nun wieder der vergriffene und um die letzten 14 Jahre ergänzte Band mit allen Texten des Künstlers vor: Notizen, Tagebucheintragungen, Essays, Briefe, Statements, Manifeste und immer wieder Interviews, Gespräche und Dialoge. Mehr Richter wird wohl niemals sein.

Annäherung bei der Arbeit im Atelier: 1967 hat die Fotografin Erika Kiffl den Maler Gerhard Richter mit der Kamera begleitet

Dietmar Elger:

Gerhard Richter, Maler. DuMont Buchverlag. 420 S., 170 Abb., 29,90 Euro

Inside the Studio.

Erika Kifflfotografiert Gerhard Richter.

DuMont Buchverlag.

80 S., 40 Abb., 49,90 Euro

Gerhard Richter.

Text 1961 bis 2007.

Verlag der Buchhandlung Walther König.

608 S., 108 Abb., 49,80 Euro

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