Ausgabe: 04 / 2008
Seite: 120-121
Magier der Fotokunst
Von
Richard Avedon: ein Album mit seinen besten Bildern
Er hat William Casby, einen farbigen Amerikaner, der noch als Sklave geboren wurde, fotografiert. Die Herzogin von Windsor, Charlie Chaplin und die Beatles holte er ebenso vor die Kamera wie einen Bienenzüchter oder einen Mörder (art 12/2001): Richard Avedon, 1923 in New York geboren und 2004 während einer Reportage für den "New Yorker" gestorben, war einer der großen, stilbildenden Meister seines Metiers - und einer der vielseitigsten. Konsequent nutzte er die demokratische Macht der Linse, um den Menschen, ob berühmt oder nicht, ihre Eigenheiten vor Augen zu führen. Vor allem als Porträt- und Modefotograf gelangen ihm (stets im unbestechlichen Schwarzweiß) Aufnahmen, die zu Meilensteinen der Fotokunst geworden sind. Im Begleitband zu einer durch Europa tourenden Ausstellung (International Center for Photography, Mailand, bis 8. Juni, Jeu de Paume, Paris, 30. Juni bis 28. September, dann Martin-Gropius-Bau, Berlin) sind rund 100 seiner besten Arbeiten versammelt. Wie beredt sie über Avedons Magie Auskunft geben, merkt man auch daran, dass man dem Verlag leicht nachsieht, die Essays nur auf Englisch anzubieten. P. M.
Richard Avedon: Photographs 1946- 2004. Hatje Cantz Verlag. 192 S., 128 Abb., 49.80 Euro
Das Museum für Vor- und Frühgeschichte Frankfurt am Main (1980) mit historischen Bauteilen der Karmeliterkirche
Twiggy, Hair by Ara Gallant (1968)
