Ausgabe: 04 / 2008
Seite: 117
Beschränkung aufs Lokale
Von Almuth Spiegler
Wien: "Viennafair" bekommt Konkurrenz von "Art Austria"
Zu genau der Zeit, wo die Wiener Galerienszene und die Wiener Kunstmesse "Viennafair" (24. bis 27. April) unermüdlich um ihre Plätze im internationalen Kunstmarktgeschehen kämpfen, setzt eine neue Veranstaltung im kulturellen Herzen der Stadt, dem Museumsquartier, genau aufs Gegenteil: Die vom österreichischen Kunsthandelsportal www.art-port.cc nach einer Idee des Galeristen Manfred M. Lang erstmals organisierte "Art Austria" (14. bis 18. Mai) beschränkt sich freiwillig aufs Lokale, auf Kunst aus Österreich zwischen 1920 und 1980. Und nennt dieses Bekenntnis zu "Tradition" und "Erbe" in einer Aussendung "durchaus subversiv".
Was eine krude Mischung aus internationalen Kunsthandelsspitzen und Regionalliga zur Folge hat: In den barocken, sonst eher Experimentellerem vorbehaltenen Fluchten des "Quartier 21" werden so Mitte Mai etwa Schiele- Fachfrau Jane Kallir mit ihrer New Yorker Galerie St. Etienne oder der Münchner Galerist Michael Pabst, Spezialist für Wiener Kinetismus, auf den kleinen Wiener Kunsthandel Keil oder die Galerie Walfischgasse stoßen. Unter den 36 Teilnehmern sind aber auch "drei international arbeitende Überraschungsklienten" angekündigt, die erst in letzter Minute bekannt werden wollen.
Wie auch die zeitliche Nähe zur "Viennafair", die nur zwei Wochen zuvor im modernen Messegelände abgehalten wird. Mit Ursula Krinzinger und Ernst Hilger nehmen zwei Galeristen beide Termine wahr - was die gegenseitigen Versicherungen, einander keine Konkurrenz machen zu wollen, erst einmal keine Lügen straft. "Die Überschneidungen sind viel zu gering, ich wünsche viel Glück", sagt Matthias Limbeck, Geschäftsführer des "Viennafair"- Veranstalters Reed.
Für die vierte Ausgabe der mit neuem, internationaleren Beirat ausgestatteten Messe, die sich mittlerweile einen guten Ruf als Sprungbrett für kleine osteuropäische Galerien wie "Plan B" erarbeitet hat, kann er diesmal inmitten von 121 Teilnehmern prominenten Zuwachs vermelden:
Nach jahrelanger Absenz wird Österreichs international erfolgreichster Galerist, der in Salzburg und Paris residierende Thaddaeus Ropac, wieder ein Heimspiel geben. Mal sehen, ob es nur bei dem einen bleibt.
Internet: www.artaustria.info und www.viennafair.at
Bildunterschrift: Österreichs Kulturministerin Claudia Schmied 2007 auf der "Viennafair"
Die neue "Art Austria" findet im Mai in Wiens Museumsquartier statt
