Ausgabe: 04 / 2008
Seite: 30
Uns gehört die Nacht
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Kunst zur späten Stunde: Die Berlin- Biennale geht an den Abenden weiter
Mes nuits sont plus belles que vos jours" - Meine Nächte sind schöner als eure Tage -, so lautet der Titel des Nachtprogramms der Biennale, das den Ausstellungsbetrieb mit Vorlesungen, Performances, Workshops, Konzerten und Filmvorführungen allabendlich bis in die Nachtstunden erweitert. Die Organisatoren haben sich für die insgesamt 63 Veranstaltungen nach ungewöhnlichen Plätzen in Berlin umgesehen. So wird etwa die finnische Künstlerin Pilvi Takala Anfang April eine fünfstündige Performance in einem neu errichteten Einkaufszentrum am Alexanderplatz durchführen; auf der 37. Etage des nahe gelegenen Park-Inn- Hotels findet ein experimentelles Filmpro gramm statt; im Einsteinsaal der Archenhold-Sternwarte in Alt-Treptow hält der amerikanische Physiker und Kosmologe Paul Davis von der Arizona State University eine Vorlesung. Auch einigen Helden der Berliner Szene wird im Nachtprogramm Tribut gezollt: Ursula Block, die Westberliner Klangkunst-Institution, öffnet das Archiv ihres Gelbe-Musik-Ladens für das Publikum, und der ehemalige Künstler-Galerist Dieter Hacker rekonstruiert für eine Nacht eine Ausstellung der 7. Produzentengalerie aus den siebziger Jahren. Weitere Highlights: Auftritte der amerikanischen Musikerin Dorit Chrysler, die seit Jahren auf Avantgarde-Festivals für Furore sorgt, und des polnischen Malers Wilhelm Sasnal, der von den Kuratoren zu einem Vortrag eingeladen wurde.
Alle Termine und Orte unter www.berlinbiennale.de
Attraktion im Spätprogramm: die amerikanische Avantgarde-Musikerin Dorit Chrysler
