Ausgabe: 04 / 2008
Seite: 75
Vision von Tod und Wiederauferstehung
Von Heinz Peter Schwerfel
Der Belgier inszeniert sein Werk im Kontext der Sammlung des Louvre PARIS: JAN FABRE
Als ein naturkundliches Flanieren durch die Jahrhunderte, mit ständigem Gedankenaustausch zwischen Mensch und Tier, Wissenschaft und Fantasie, alter und aktueller Kunst, inszeniert Jan Fabre seine Ausstellung "Engel der Metamorphose" im Pariser Louvre. In den Sälen flämischer, niederländischer und deutscher Malerei bebildert der 1958 in Antwerpen geborene Documenta-Teilnehmer in sechs Kapiteln seine ganz persönliche Vision von Tod und Wiederauferstehung, wie er es 2006 ähnlich in seiner Heimatstadt im Museum für Schöne Künste getan hatte.
Insgesamt 30 Arbeiten der letzten Jahre, darunter einige der in vielen Farben schillernden Skulpturen aus Käferpanzern, Fabres Wahrzeichen, aber auch Zeichnungen, Installationen und Filme werden thematisch verwandten Gemälden von Künstlern wie Rogier van der Wey den, Jan van Eyck, Hieronymus Bosch oder Peter Paul Rubens gegenüber gestellt.
Fabre, der selbst immer wieder mittelalterliche Figuren wie Ritter, Engel oder Mönche benutzt, suchte im Louvre Säle von Künstlern aus, die ihn entscheidend beeindruckt und geprägt haben. Sein theatralischer Parcours beginnt mit einigen seiner "Blutzeichnungen" (Zeichnungen, die in den siebziger Jahren während Performances mit seinem eigenen Blut anfertigte) sowie der von Gemälden Hans Memlings umgebenen Gestalt eines Liegenden.
Durch einen Gang aus großformatigen Kugelschreiberzeichnungen geht es weiter zu "Sanguis sum, Homo Faber", einem Lamm mit karnevalesker Clownskappe von 2006. Im Saal von Hans Baldung Griens Bild "Reiter mit Frau und der Tod" (art 8/2007) sind Fabres Skulpturen der "Krieger der Schönheit" aus Käferpanzern und seine Filmarbeit "Lancelot" ausgestellt. Knochenskulpturen, aus gestopfte Eulen und im Kapitel "Die Rolle des Künstlers" ein Sarg, dem ein Pfau entsteigt, führen zum Schlusspunkt der Ausstellung, einer großen Installation zu Ehren von Peter Paul Rubens Medici- Zyklus. Termin: 11. April bis 7. Juli, Louvre, Richelieu-Flügel.
Katalog: 39 Euro. Internet: www.louvre.fr
Goldenes Lamm mit Clownskappe:
Inszenierung von "Sanguis Sum, Homo Faber" (2006) im Antwerpener Museum für Schöne Künste
