Ausgabe: 03 / 2008
Seite: 73
Am menschlichen Körper orientiert
Von Sandra Danicke
Plastiken eines erst spät entdeckten Künstlers im Museum für Moderne Kunst FRANKFURT: HANS JOSEPHSOHN
Als 2006 ein Film über ihn gedreht wurde, fragte der 86-jährige Hans Josephsohn sich laut, warum er eigentlich immer noch arbeite, anstatt endlich spazieren zu gehen und schönen Frauen hinterherzusehen. Die selbst gegebene Antwort lautete: "Ich denke in Plastiken." Bereits in den fünfziger Jahren formte der Schweizer Bildhauer, der 1920 in Königsberg geboren wurde und 1938 in die Schweiz emigrierte, seine schrundigen, en Skulpturen, doch erst vor wenigen Jahren wurde er zu einer internationalen Größe im Kunstmarkt.
Unbeirrt von Moden und künstlerischen Strömungen hat Josephsohn beharrlich an seinem so zeitlosen wie konsequenten Werk gearbeitet. Es erscheint demnach nur folgerichtig, dass der Künstler mit einer rund 60 Werke umfassenden Ausstellung im Museum für Moderne Kunst gewürdigt wird. Die Werkschau umfasst Skulpturen und Reliefs seit den fünfziger Jahren und zeigt, dass die Arbeiten mit der Zeit zunehmend an Volumen gewonnen haben.
Termin: bis 6. April. Katalog: Verlag der Buchhandlung Walther König, zirka 50 Euro.
Internet: www.mmk-frankfurt.de.
Halbfigur (vorne, ohne Titel, 2003, 149 x 95 x 59 cm)
