Ausgabe: 03 / 2008
Seite: 109
Köln und Frankfurt im Abwind
Von Ute Thon
Messen: Art Cologne entlässt Goodrow, und Neff gibt auf
Vor zwei Jahren bejubelte die Kunstwelt noch die Aufbruchstimmung im deutschen Messezirkus: Michael Neff verpasste der kränkelnden Frankfurter Kunstschau exklusiven, musealen Glanz. Und die alte Tante "Art Cologne" feierte ihr 40-jähriges Jubiläum mit einem stark verjüngten Programm. Zudem entschloss man sich dort zu einem kühnen Terminwechsel. Nun stehen beide Messen vor einem Scher benhaufen. Die "Koelnmesse" trennte sich Ende Januar von Gérard A. Good row, dem künstlerischen Leiter der "Art Cologne".
Fast zeitgleich cancelte Neff die dritte Ausgabe der "Fine Art Fair Frankfurt". Begründung: das "weltweite Überangebot von Kunstmessen und der extreme Verdrängungswettbewerb". Jetzt verdingt sich der flamboyante Frankfurter Kunsthändler, der im vergangenen Herbst auch seine Galerie geschlossen hat, als Impresario für die Berliner Kollegen und bewirbt deren "Gallery Weekend" Anfang Mai.
Die Kölner Situation ist besonders prekär, weil sich die traditionsreiche, aber unter Imageverlust leidende "Art Cologne" mit dem öffentlich ausgetragenen Führungsstreit weiter zu demontieren scheint. Goodrows Rausschmiss geschah auf Druck einiger Kölner Galeristen, darunter Christian Nagel, Gisela Capitain und Daniel Buchholz, die im Gegenzug nun ihre Teilnahme zugesichert haben. Insgesamt werden diesmal nur rund 150 Galerien teilnehmen, und statt vier werden nur drei Ebenen der Messehallen bespielt. Koelnmesse-Geschäftsführer Oliver P. Kuhrt gibt sich dennoch optimistisch: "Die Veranstaltung ist besser aufgestellt als in den letzten zwei Jahren.
Wir sind verstärkt durch Galeristen aus L.A., also sind auch ein paar namhafte Amerikaner da bei. Das ist eine ideale Ausgangsposition."
Messe ohne Chef: Goodrow (links), Chef ohne Messe: Neff
