Ausgabe: 02 / 2008
Seite: 98

Aufrecht stehen

Von Michael Kohler

BONN: GEHEN BLEIBEN

Das Kunstmuseum untersucht "Bewegung, Körper, Ort in der Kunst der Gegenwart" und schreitet dabei vorbildlich den menschlichen Lebensweg ab. "Mein Verstand arbeitet nur im Zusammenspiel mit meinen Beinen", befand der französische Philosoph Jean-Jacques Rousseau und gab dieser Ausstellung damit ein so schönes wie treffendes Motto.

Auf vorbildlich erschlossenen Pfaden führt sie durch die weitläufige Metaphorik des menschlichen Lebenswegs: Bei Richard Long finden wir, symbolisch in die Landschaft getrampelt, die vergänglichen Spuren unserer Existenz. Franz Erhard Walther stellt uns an gebaute Kreuzwege des Lebens, mit Joseph Beuys brechen wir ins Ungewisse auf, und die Leibesübungen des Künstlerpaares Marina Abramovic´ und Ulay stoßen uns auf das ewige Mit- und Gegeneinander der Geschlechter. Im Vor übergehen wird dabei auch die alte Frage beantwortet, was den Menschen von seinen tierischen Artverwandten unterscheidet: der aufrechte Gang.

Termin: bis 17. Februar. Katalog: Hatje Cantz Verlag, 25 Euro, im Buchhandel 35 Euro.

Internet: www.kunstmuseum-bonn.de

Werke von Janine Antoni und William Kentridge