Ausgabe: 02 / 2008
Seite: 117
Grünes Licht für Absinthtrinker
Von Claudia Bodin
New York: Umstrittener Picasso wird versteigert
Die Stiftung des Musicalkomponisten Andrew Lloyd Webber darf das berühmte, auf 60 Millionen Dollar geschätzte Picasso- Gemälde "Porträt von Angel Fernández de Soto" von 1903 versteigern. Damit wurde die Klage des Großneffen von Paul von Mendelssohn-Bartholdy zurückgewiesen.
Der Potsdamer Historiker Julius Schoeps hatte die Auktion bei Christie's in New York 2006 verhindert und wollte nachweisen, dass sein Großonkel 1934 von den Nationalsozialisten zum Verkauf des Werks gezwungen wurde. Weil er nicht als recht mäßiger Vertreter des Vermögens eingesetzt worden sei, habe Schoeps gar nicht das Recht zu klagen, lautete die Urteilsbegründung.
Das Bild hatte seit dem Tod des jüdischen Bankiers 1935 allein in New York viermal den Besitzer gewechselt. Lloyd Webbers Stiftung ersteigerte es 1995 für 26,5 Millionen Dollar in New York.
Picassos "De Soto"-Porträt (1903)
