Ausgabe: 02 / 2008
Seite: 117

Innovation und Konkurrenzdruck

Von Elisabeth Guth

Madrid: Arco-Messe will frischer und internationaler werden

Mit ihrer 27. Ausgabe bezieht die Madrider Messe "Arco" (13. bis 18. Februar) neue schönere, komfortablere und modernere Hallen. Sie sind äußeres Zeichen und Anlass einer Innovation, die Direktorin Lourdes Fernández nach ihrem "Probelauf" des vergangenen Jahres jetzt einleitet. "Arco hat sich international einen festen Platz erobert", erklärt sie. "In der wirtschaftlich schwierigen Zeit der neunziger Jahre hat sie sich sogar besser behauptet als manche andere Messe.

Aber wir können nicht stehen bleiben. Neue Konkurrenten kommen von überall." Als Schlüssel für ihre Vorstellung von Erneuerung nennt die 46-jährige Kunsthistorikerin "Umstrukturierung" und "Segmentierung", die neben einer neuen räumlichen Organisation durchaus auch Inhalte betreffen.

Wichtig ist ihr zunächst eine klare Abgrenzung zwischen dem Hauptteil der Messe, den Galerien des "allgemeinen Programms", und dem kuratierten Angebot experimenteller Kunst.

Diesem Teil steht in einer der beiden neuen Hallen mit ihren 16 Metern Höhe ein gesondertes oberes Stockwerk zur Verfügung.

Darin ist erstmals unter "Performing Arco" die Aktionskunst der Performance aufgenommen. Besondere Aufmerksamkeit kommt auch der "Expanded Box" zu, die den Einfluss neuester Technologien auf die Kunst untersucht.

Ein absolutes Novum stellt "Arco40" dar: In den Kojen von 40 Quadratmetern stellen die beteiligten Galeristen jeweils die Arbeiten der letzten drei Jahre von maximal drei Künstlern vor.

Spürbare Erneuerung und Anziehung für den Markt verspricht sich Lourdes Fernández von der Aufnahme neuer Galerien mit klarem Profil und interessantem Programm. Dafür reduzierte das Organisationskomitee den spanischen Anteil an insgesamt 224 Teilnehmern auf ganze 68.

Heftige Proteste der Verlierer waren die Folge. "Es gibt keine Benachteiligung des heimischen Sektors", kontert Fernández. Dennoch hat sich eine Nebenmesse formiert, die "Art Madrid" bietet nicht zugelassenen Galerien ein Forum.

Gastland mit 31 eingeladenen Galerien ist Brasilien. Diese Wahl sei nicht nur wegen der lebhaften Kunstszene des Landes von Bedeutung, sondern auch wichtig für die Eroberung des südamerikanischen Marktes. "Wir verkennen keineswegs die Rolle, die dort die Art Basel Miami übernommen hat. Aber uns verbinden mit dem Kontinent Sprache, Kultur und Geschichte, die wir für eine Brückenfunktion nach Europa nutzen können." Als weitere wichtige Märkte für "Arco" nennt sie Deutschland, Großbritannien und die USA. Die Teilnehmerliste spiegelt diese Gewichtung:

Aus Deutschland sind 37 Aussteller dabei, aus Großbritannien 14 und 25 aus den USA.

Info: www.arco.es

Neue Hallen, neues Glück: "Arco"-Leiterin Lourdes Fernández hat der Messe einen Ortswechsel verordnet