Ausgabe: 02 / 2008
Seite: 118
Kompaktkurse
Von Boris Hohmeyer
Architektur: Im Sommer startet private Akademie in Hamburg
Die private Hamburger Academy for Architectural Culture (AAC), eine Gründung des Architekturbüros von Gerkan, Marg und Partner, soll begabte Studenten aus aller Welt fördern. Ihr Initiator Meinhard von Gerkan, 73, erläuterte das Projekt art- Autor . art: Warum halten Sie diese neue Akademie für notwendig?
Gerkan: Unser Büro hat viel Erfolg im Ausland, vor allem in Asien. Zugleich sehen wir, dass junge Kollegen aus Deutschland sich dort schwer an die Geschwindigkeit, die Komplexität der Aufgaben, die ganz anderen Erwartungen der Bauherren anpassen können. Das Selbstverständnis der Architekten beruht hier ja eher auf der Arbeitsteilung zwischen Ingenieuren und Entwerfern, während wir in Asien meist als Generalplaner gefragt sind.
Wer also nur in Deutschland bauen will, der kann bei Ihnen nichts lernen?
Nein, das ist kein Training für Fernost, sondern ein Training für ein anderes Architekturverständnis.
Auch hierzulande würde uns eine mehr ganzheitliche Auffassung gut tun. Sie wird nur von den Bauherren weniger gefragt und wegen der Verkürzung der Studienzeiten kaum gelehrt.
Wann startet die AAC ?
Wir wollen im Sommer mit einem Seminar beginnen, in den Semesterferien, damit wir dem Universitätsbetrieb keine Konkurrenz machen.
Werden Sie und ihr Partner Volkwin Marg selber lehren?
Auf jeden Fall, wir wollen ja unsere Erfahrungen weitergeben.
Aber wir brauchen Unterstützung von anderen, auch ausländischen Architekten. Geplant sind vier hauptamtliche Professuren, die meisten Dozenten aber werden für von ein, zwei Wochen engagiert.
Wer soll an der AAC studieren?
Wer schon einen Abschluss hat, will nicht noch zwei Jahre dranhängen.
Deswegen wollen wir eine Zusatzausbildung parallel zum Universitätsstudium anbieten, nach dem Motto: Wir nehmen nur Leute, die so gut sind, dass sie noch mehr an Lehre vertragen - vor allem während der Ferien. Das kostet zwar Freizeit, aber keine zusätzlichen Jahre.
Wie läuft die Finanzierung?
Zunächst über eine Stiftung, die wir schon vor einiger Zeit gegründet haben. Dazu hoffen wir auf Sponsoren aus dem Baubereich sowie auf Fördermittel des Bundes, der Länder und der EU.
Außerdem wollen wir eine Studiengebühr erheben; ein Drittel der Plätze soll aber mit Stipendiaten besetzt werden.
Initiator: Meinhard von Gerkan
