Ausgabe: 02 / 2008
Seite: 116

Explosivmix aus Kunst und Geld

Von Claudia Bodin

Art Basel Miami Beach: Lauwarme Partys und Bombenverkäufe

Nach Jahren der Erfolgsmeldungen versuchten die Journalisten des "Miami Herald" den großen Knall fast schon verzweifelt herbeizuschreiben. Doch dann mussten auch sie eingestehen: "Sollte die Kunstblase geplatzt sein, hat es niemand den Sammlern erzählt." Trotz der Turbulenzen auf dem Finanzmarkt und Kunstpreisen, die seit 2002 um mehr als 110 Prozent gestiegen sind, kauften die Amerikaner weiter fröhlich ein. Auch wenn wichtige Sammler wie Charles Saatchi fern blieben und so manche Party wie ein lauwarmer Auf guss erschien: Die meisten Galeristen waren zufrieden. Die Besucherzahl kletterte auf 43 000.

Mit 21 Satellitenmessen wurde ein neuer Rekord aufgestellt.

Gründer Sam Keller, der mit der sechsten Messe seinen Abschied feierte, bescheinigte der Art Basel Miami Beach weiteres Potenzial und beschrieb sie mit einem "explosiven Mix aus Kunst, Intellekt, Glamour und Geld".

So mancher Galerist setzte auf betont mächtige Werke, um überhaupt Aufmerksamkeit zu er regen.

Bei Matthew Marks ging das gewaltige Nachtclub-Bild "Cocoon" von Andreas Gursky für 900 000 Dollar weg. Eine den Messestand füllende Installation des Schweizer Künstlers Christoph Büchel (250 000 Dollar) wird bald in der Sammlung Flick im Museum im Hamburger Bahnhof in Berlin zu sehen sein. Auch wenn auf den etablierten Alternativmessen NADA, Scope und Pulse spannende Kunst zu sehen war, beklagten manche Galeristen ein ruhigeres Geschäft. Alles andere als fördernd war, dass auf einigen Nebenschauplätzen enttäuschend schwache Arbeiten zu sehen waren. So rechnen einige damit, dass sich das Feld im nächsten Jahr ausdünnen wird.

Kaufrausch unter Palmen: Kunstcontainer der Art Basel Miami Beach