Ausgabe: 02 / 2008
Seite: 116
Heiß auf altes Papier
Von Sandra Danicke
Trend: Grafiken Alter Meister bei Auktionen gefragt wie nie
Cranach, Dürer, Holbein - deutsche Renaissancekünstler liegen nicht nur bei den europäischen Ausstellungshäusern im Trend. Auch auf dem Kunstmarkt sind die Grafiken der Alten Meister heiß begehrt. Für das Auktionshaus Christie's jedenfalls ging soeben das erfolgreichste Jahr für Druckgrafikauktionen der Firmengeschichte zu Ende. Höhepunkt war die Versteigerung einer europäischen Privatsammlung von 130 Dürer- Grafiken im Dezember 2007 in London, bei der insgesamt 2 075 600 Pfund (2 916 218 Euro) erzielt wurden. "Europäische Privatbieter, insbesondere aus dem deutschsprachigen Raum, haben sehr entschlossen um die besten Stücke geboten", berichtet Tim Schmelcher, Grafikexperte bei Christie's. Diverse Blätter, etwa der Dürer-Stich "Adam und Eva", erzielten mehr als das Doppelte ihres Schätzpreises. Schmuckstück der Sammlung war Dürers Meisterstich "Ritter, Tod und Teufel" (1513), der für 252 500 Pfund (354 762 Euro) an einen europäischen Privatsammler ging und damit im geschätzten Preisbereich lag.
Durch den Ausstellungshype interessierten sich plötzlich neue Käuferkreise für Altmeistergrafik, darunter auch Sammler für moderne Kunst, sagt Schmelcher.
"Dabei spielt die Überlegung eine Rolle, dass Druckgrafik es erlaubt, berühmte Werke der aller bedeutendsten Künstler wie Dürer, Rembrandt oder Goya zu kaufen - und das zu relativ niedrigen Preisen, verglichen mit Gemälden oder zeitgenössischer Kunst."
Dürers Kupferstich "Adam und Eva" (1504, 25 x 19 cm) brachte bei Christie's 144 500 Pfund
