Ausgabe: 12 / 2008
Seite: 124

"Unprofessionelles Gebaren" satt

Von Angelika Kindermann

Streit: Leiter des Braunschweiger Fotografiemuseums kündigt

Maik Schlüter hat seine Sache gut gemacht, das bestreitet der Vereinsvorstand des Museums für Photographie in Braunschweig nicht.

Und doch geht der 36- jährige Leiter des Hauses, der seit Mai 2007 ein ambitioniertes und über die Grenzen der Stadt hinaus beachtetes Ausstellungsprogramm auf die Beine gestellt hat, im Zorn.

Der Grund: "Das unprofessionelle Gebaren eines wenig engagierten Vorstands, das ein Arbeiten auf hohem und internationalem Niveau unmöglich macht", so Schlüter. Hauptstreitpunkt ist die Kündigung des Berliner Grafikers Philipp Arnold, der auf Initiative Schlüters an einem modernen Erscheinungsbild des Museums gearbeitet hat. Der Profi gab nicht nur den Plakaten und Einladungskarten des Museums ein neues Aussehen. Zu jeder Wechselausstellung erschien seit November 2007 ein von ihm entworfenes Bulletin im DIN-A 3- Format, mit hervorragenden Abbildungen und einem Text von Maik Schlüter in Deutsch und Englisch. Doch dann befand der Vorstand des öffentlich geförderten Kunstvereins, der das Museum betreibt, es sei genug mit dem Grafikimport aus Berlin. "Die grafische Gestaltung ist gemacht", so der Vorsitzende Michael Schwarz, die Umsetzung könne nun auch im heimischen Braunschweig erfolgen.

Dies sei wegen "ständiger Mehrkosten" auch von Schlüter empfohlen worden, was dieser allerdings bestreitet. Als der Museumsleiter krank im Bett lag, kündigte der Vorstand dem Grafiker.

Für Schlüter, der vor vollendete Tatsachen gestellt wurde, eine "unzumutbare Bloßstellung".

Weiterer Ärger ist programmiert:

Denn Arnold wurde im September 2007 laut Schlüter mündlich eine Zusammenarbeit für zwei Jahre zugesagt. Vorsitzender Schwarz widerspricht: Eine solche Vereinbarung "gab es nicht". Internet: www.photomuseum.de - Vorbericht zu Maik Schlüters Braunschweiger Schau "Tobias Zielony" auf Seite 94

Bildunterschrift:

Bulletins zu den Braunschweiger Foto-Ausstellungen Lynne Cohen, Joan Colom und Marco Poloni (von links)

Maik Schlüter