Ausgabe: 12 / 2008
Seite: 130

Gekniffen, gedrückt und gerissen

Von

Yoko Ono, 75, hat das Publikum der New Yorker Lelong Galerie für sanftmütiger gehalten. Zart und vorsichtig, so der Wunsch der japanischamerikanischen Künstlerin, sollten die Galeriebesucher mit ihrer ausgestellten Skulptur "Touch me III" Tuchfühlung aufnehmen und die in Silikon gegossenen Körperteile einer Frau berühren. Doch einige Besucher malträtierten Brüste, Beine, Bauch und Füße derart, dass Dellen zurückblieben.

Drei Zehen der Skulptur wurden abgerissen. Mit solchen Aggressionen hatte die berühmte Witwe John Lennons nicht gerechnet. "Es reflektiert, was in der wirklichen Welt vor sich geht", seufzte Ono. Fotos des misshandelten Werks zeigt der Katalog "Touch me" (Charta Books).

Bildunterschrift:

Entsetzt über die Aggressionen:

Yoko Ono

"Touch me III", 2008, (Ausschnitt) bevor die Besucher zugriffen

Nach den Attacken: abgerissene Zehen, zerdellte Knie