Ausgabe: 11 / 2008
Seite: 80

Keine Harmonie

Von Petra Bosetti

Manierismusschau im Bucerius-Forum

HAMBURG: STURZ IN DIE WELT

Vasari war empört. Da kamen deutsche und flämische Künstler nach Italien, um hier die Manier, "welche alle an Güte übertrifft und jedermann unendlich wohl gefiel" zu erlernen - und da ging Jacopo da Pontormo hin und ließ sich von dem herben Formenkanon eines Albrecht Dürer inspirieren. Seine Fresken in der Kartause von Galluzzo bei Florenz (1522/25) mit ihren eigentümlich zerdehnten Figuren waren eines der frühesten Werke einer Kunst, die vom Historiker Luigi Lanzi (1732 bis 1810) mit dem Namen Manierismus belegt wurde.

der Renaissance mehr, dafür übersteigerte Posen und Anatomien, eigentümliche Perspektiven, kühne Farben. Diese heute noch aufregende Malerei am Übergang zum Barock ist jetzt Thema einer Ausstellung im Bucerius- Kunst-Forum mit Leihgaben aus dem Museum der Bildenden Künste in Budapest - rund 120 Meisterwerke, unter anderem von Ja copo Tintoretto, Agnolo Bronzino, El Greco, Maerten van Heemskerck und Parmigianino.

Termin: 15. November bis 11. Januar 2009.

Katalog: Hirmer Verlag, 24,80 Euro, im Buchhandel 34,90 Euro. Internet: www.buceriuskunstforum.de

Bildunterschrift:

Manieristische Weltsicht: Girolamo Siciolante da Sermonetas "Kniefigur einer Frau mit nacktem Oberkörper" (um 1548, 79 x 61 cm)